16 Aug, 2015

Sommer, Sonne, Innatex

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Christian Grewe/Innatex

37. Innatex und gefühlt auch 37 Grad. Bei hochsommerlichen Temperaturen bin ich im gut klimatisierten ICE nach Frankfurt gereist. Auch sonst hat die Hitze anscheinend kaum jemanden vom Messebesuch abgehalten, denn es war eine der bestbesuchtesten Sommermessen überhaupt.
Wer von Sonntag auf Montag in Wallau geblieben war, konnte so auch eine großartige Sommerparty erleben. Und nicht nur das. Knowledge Cotton Apparel und Recolution hatten ihre Stände mit einer gemeinsamen Bar verbunden. Auf der Cocktailkarte: Knowledge Cotton Apperol, Reco Fizz und der Innaflex No1.

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Ein ganz besonderes Highlight hatte sich auch Andi vom Vertrieb Okey Dokey Distribution (Bleed, Vatter, Surfrider Foundation) ausgedacht. Seinen Bulli baute er an den Abenden zur mobilen Disko um. Insbesondere die Aussteller_innen der Halle2, in der durchweg junge grüne Brands zu finden sind, feierten hier gemeinsam bis spät in die Nacht. Da ich erst am Montag angereist bin, ist mir das leider alles entgangen, aber ich konnte an der wohligen Erschöpftheit einiger Teilnehmer_innen erahnen, dass es sich gelohnt hätte.

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Nun aber zur Mode. Ich habe mich auf die konzentriert, die ich in Berlin nicht gesehen habe. So auch Carpasus aus der Schweiz, die zwar in Berlin ausstellten aber einfach dort nicht in meinen straffen Messeplan passten. Um so wichtiger auf der Innatex eine zweite Chance zu haben René Grünenfelder und Michael Schreiner kennen zu lernen. Die beiden Jungunternehmer bietet elegante, hochwertige Herrenhemden an. Der New Kent Kragen hat eine mittlere Spreizung und eignet für alle Anlässe, ob mit oder ohne Krawatte. Die edlen Twillstoffe sind bügelleicht und werden in Österreich gewoben und gefärbt. Die Knöpfe bestehen aus Steinnus und selbst bei den Kragenstäbchen sucht Carpasus nach ökologischen Alternativen zum üblichen Plastik. Die gesamte Produktionskette ist über das Tracebility Tool von Produzent REMEI transparent online nachvollziehbar. Obendrauf sind René und Michael supersympatisch und echte Überzeugungstäter.

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Für eine durchdachte und rund um möglichst nachhaltige Produktion steht auch Henning Siedetopp mit seinem Label Mela Wear, das aus dem wissenschaftlichen und studentischen Umfeld der Leuphana Universität Lüneburg gegründet wurde. Auf der Messe präsentierten sie den ersten GOTS und FairTrade zertifizierten Rucksack. Ein Canvas-Rucksack mit Rolltop-Verschluss, der damit voll im aktuellen Retro-Outdoor-Trend liegt. Die gesamte Produktion von Mela findet in Nordindien statt, sodass die Transportwege kurz gehalten werden. Weil sich die Nachhaltigkeitsprofis auch Gedanken machen, was nach der Nutzung mit ihren Produkten passiert, streben sie auch noch eine Cradle2Cradle-Zertifizierung und damit die vollständige Kreislauffähigkeit ihrer Produkte an. Auch wenn ich auf ein solches Zertifikat verzichten könnte würde ich mir von viel mehr grünen Labels wünschen, dass sie ihre Produkte so gestalten, dass sie in einen technischen oder natürlichen Kreislauf überführt, also entweder hochwertig recycelt oder kompostiert werden können.

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Innovative Produkte und Konzepte bekomme ich auch wieder bei den DesignDicoveries geboten. Keine Mode, aber dennoch textile Produkte machen ChicoBag aus Californien. Die B Corporation ist mit wiederverwertbaren Einkaufstüten aus Recycling-Polyester gestartet und hat ihr Produktportofolie inzwischen deutlich erweitert. Neue Beutelformen ersetzen Alu- oder Frischhaltefolie für Snacks unterwegs und eine weitere die kleinen Tüten für loses Obst und Gemüse, wie es sie selbst in Biosupermärkten gibt. Die Beutel sind alle maschinenwaschbar, sodass sie auch im Dauereinsatz einfach sauber zu halten sind. Eine ganze Reihe Bioläden bieten diese praktischen Begleiter schon mit eigenem Logoaufdruck an. Neu sind auch ein Daypack-Rucksack, eine Flaschenhaltertasche und ein Duffelbag, allesamt wie die Einkaufstüten in eine integrierte Tasche in sich selbst verpackbar und mit einem Carabiner an Hose oder Rucksack zu befestigen.


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Am Stand gegenüber kommen ChicoBags als Schuhbeutel zum Einsatz. Eine Kooperation, die im Netzwerk Dasselbe in Grün entstanden ist. Die Schuhe um die es geht stammen von FreiVon, einem Startup für nachhaltige vegane Business-Schuhe. Ich kannte die Schuhe schon von einer Crowfundingkampagne und war gespannt, wie sie in Natura aussehen. Es gibt erstmal je ein Modell für Damen und Herren. Ein alltags- und bürotauglicher Schuh komplett in schwarz, der auf Wunsch mit farbigen Schnürsenkeln aufgepeppt werden kann. Als Obermaterial kommt ein Kunstleder zum Einsatz, dass zu 40 % aus natürlichen Rohstoffen und zu 60 % aus Polyurethan besteht. Optisch macht das Material ein tollen Eindruck und ist kaum von echtem Leder zu unterscheiden. Auch altert es schöner als viele mir bekannten Kunstleder, bei denen über Zeit meist die Farbschicht Risse bekommt oder sich sogar stellenweise ablöst. Davon konnte ich mich durch die eingetragenen Muster an den Füßen der Gründer_innen Sarah Pollinger und Paul Stühle überzeugen. Ökologisch ist das Ganze noch nicht optimal und für das engagierte Gründerpaar daher auch nur ein Schritt auf dem Weg. Sie wollen einen komplett recycelbaren/kompostierbaren Schuh. Bei der Sohle haben sie das schon geschaft. Alle eingesetzten Materialien und ihre vor- und Nachteile beschreibt FreiVon ganz ausführlich und transparent auf der eigenen Website. Produziert wird in einem handwerklichen Betrieb in Pirmasens (Rheinland-Pfalz).

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Christian Grewe/Innatex

Um Handwerk geht es auch bei Joah Kraus. In seinem Ateilier in Köln kreiert der Designer Mode, die keinen Trends hinterherläuft und eine ganz eigene Formsprache zeigt. Dabei legt Joah viel Wert auf hochwertige Materialien sowie den optimalen Schnitt. Auf der Innatex hat der Kölner seine Männerhosenkollektion vorgestellt. Für den perfekten Sitze am Gesäß entwickelte er ein Y-Naht, die es so bei keinem anderen Hosenhersteller gibt. Eine weitere Besonderheit ist der sogenannte Treppensaum, vorne kürzer und hinten über den Schuh fallend. Alle Hosen werden in klassischen Herrengrößen (kurz, normal, lang) angeboten und sind daher für nahezu alle Figurtypen geeignet. Durch die Produktion direk im Atelier bietet Joah auch individuelle Anpassungen an. Auf der Website habe ich mich auch mal durch die anderen Kollektionen geklickt und werde mir das bei meinem nächsten Kölnbesuch auf jeden Fall mal genauer anschauen!

Foto: Christian Grewe/Innatex

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die gruene wiese in Münster - einen der größten grünen Concept-Stores in Deutschland mit angebundenem Onlineshop. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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Ethical Fashion Show | Green Showroom | SS16 | Postbahnhof am Ostbahnhof | Foto: Alf-Tobias Zahn | GRÜNE MODE

Nach einer Saison Pause war ich wieder auf der Ethical Fashion Show und im Green Showroom unterwegs, die zum zweiten Mal im Postbahnhof am Ostbahnhof stattfanden. Für dieses Review hat sich der liebe Lars noch zwei weitere Labels aus dem Green Showroom angesehen, während ich mich auf die Ethical Fashion Show sowie auf Anna und Jula von Jan ‘n June konzentrierte.

Jan 'n June | Ethical Fashion Show | Green Showroom | SS16 | Postbahnhof am Ostbahnhof | Foto: Alf-Tobias Zahn | GRÜNE MODE

Während unseres gemeinsamen Interviews vor einigen Wochen hatte ich Anna und Jula versprochen, während der Messe bei ihnen am Stand vorbeizukommen. Die beiden arbeiteten für Frühjahr/Sommer 2016 in ihrer “Supergirl”-Kollektion zum ersten Mal mit recyceltem Polyamid, welches in der Verarbeitung 1A ist und sich zudem auf der Haut extrem gut tragen lässt. Daraus lassen sich vor allem Oberteile mit offenen Kanten sehr gut schneiden – gar nicht mal so einfach mit den herkömmlichen Materialien. Neben dem recycelten Polyamid experimentieren Anna und Jula mit weiteren Stoffen und gönnen ihrem bisherigen modischen Repertoire noch weitere Farbvarianten. Absoluter Favorit der Einkäufer schien am zweiten Tag des Showrooms dafür ein weißes Kleid zu sein, was gleichzeitig auch als längere Bluse durchging.

Aluc | Ethical Fashion Show | Green Showroom | SS16 | Postbahnhof am Ostbahnhof | Foto: Alf-Tobias Zahn | GRÜNE MODE

Zwei weitere Labels waren nur jeweils einen Stand von Anna und Jula entfernt, denen ich ebenfalls einen Besuch abstatten wollte. Zunächst ging es zu meinen Freunden von Aluc, die auch für die nächste Saison wieder feinste Upcycling-Hemden im Angebot haben. Der Clou ist natürlich, neben der einwandfreien Verarbeitung und dem Gefühl, mit einem Hemd jetzt auch mal wirklich aus der Masse herausstechen zu können, der abnehmbare Kragen, so dass der Individualität eines an sich schon individuellen Produktes keine Grenzen gesetzt werden. Im Mittelpunkt standen diesmal aber gar nicht so sehr ihre Hemden, sondern ein ganz anderes Projekt des Berliner Labels: The Invincible Shirt. Mehr über das schwarze T-Shirt, hergestellt von Überlebenden der Rana Plaza Tragödie, auf der Webseite von Aluc  sowie in Kürze auch bei GROSSARTIG.

G&A - Organic Underwear | Ethical Fashion Show | Green Showroom | SS16 | Postbahnhof am Ostbahnhof | Foto: Alf-Tobias Zahn | GRÜNE MODE

Durch die Kleiderständer von Aluc erspähte ich dann bereits Andreas. Er war mit G&A – Organic Underwear zum ersten Mal auf der Ethical vertreten und holte sich das erste Feedback innerhalb der Branche für seine neue Unterwäschekollektion für Männer ab. Für den Start (Auslieferung ab Herbst 2015) plant er mit vier Modellen in insgesamt 14 Stilen und drei Farben. Die verwendete Baumwolle ist GOTS-zertifiziert und stammt aus Indien. Die gesamte Wertschöpfungskette hat Andreas durch seine langjährige Erfahrung in der Textilindustrie im Auge. Besonders auffällig ist übrigens der breitere Bund (4 statt 3 Zentimetern), den Andreas seinen Buxen verpasst hat. Ob das nun “Calvin Klein in grün” ist (O-Ton eines Messebesuchers), ist mir relativ egal – Andreas hat mich mit seiner Kollektion und seiner akribischen Herangehensweise mehr als überzeugt und ich freue mich bereits sehr auf den Herbst diesen Jahres und eine tolle weiße Boxer Brief von G&A – Organic Underwear.

Phil & Lui | Ethical Fashion Show | Green Showroom | SS16 | Postbahnhof am Ostbahnhof | Foto: Alf-Tobias Zahn | GRÜNE MODE

Waren mir Philipp und Caroline von Phil & Lui schon virtuell kreuz sympathisch, hielt die Realität dieses Versprechen mit links. Die beiden teilten sich mit anderen Labels eine Fläche und hatten letztlich nur eine Kleiderstange Platz für ihre neuen Teile für Spring/Summer 2016 – aber diese hatten es in sich. Gerade im Vergleich zu den anderen Marken im Umkreis von 2 Metern zauberten die beiden eine sehr schöne und ihrem Stil entsprechende Verkaufsfläche dahin, dass sich einige Marken davon mehr als nur eine Scheibe abschneiden sollten. Im Gespräch waren die beiden nicht nur sympathisch und voller Tatendrang, sondern auch wissbegierig, wenn es um den gemeinsamen Austausch über Grüne Mode ging.

Für die neue Saison präsentierten sie eine große Bandbreite an verschiedenen Unisex-Shirts, -Longsleeves und -Sweatern sowie auch eine kurze Shorts für Frauen, die mit aufwendigen Stickereien versehen war. Für die verschiedensten Teile ihrer Kollektion fanden Philipp und Caroline immer seltener verwendete Nähmaschinen und schaffen so mit vielen kleinen aber feinen Details, aus der Masse der Grünen Mode herauszustechen. Einfach mal so ein Shirt zu produzieren, käme den beiden nicht in die Tüte – und diesen Drang nach Details und dem richtigen Dreh spürt man, wenn man den beiden beim Verkaufen zu sieht und mit den beiden spricht. Meine Empfehlung: Checkt Phil & Lui in den nächsten Wochen und Monaten – ihr werdet es nicht bereuen.

Lovjoi | Ethical Fashion Show | Green Showroom | SS16 | Postbahnhof am Ostbahnhof | Foto: Alf-Tobias Zahn | GRÜNE MODE

Und wenn ich schon einmal im Lobpreisen bin, dann können wir gleich noch über Lovjoi sprechen. Lovjoi ist gerade einmal etwas älter als ein Jahr und wurde von Verena Paul gegründet. Freddy und Eliane komplettieren das 3er Gespann, das laut Textilwirtschaft unter den Top 10 der “Labels to watch in Berlin” ist und von der INNATEX zu den “DesignDiscoveries” zählt. Dem kann ich nur zustimmen. Lovjoi ist bio, fair und tatsächlich Made in Germany. In Berlin zeigten die 3 sowohl Teile aus ihrer Herbst/Winter 2015/2016 Kollektion als auch die neuen Stücke für SS 2016. Darunter unter anderem Steve, ein toller Pullover in schneeweiß mit Wabenstruktur, der einfach unglaublich gut aussieht und toll verarbeitet ist. Das Äquivalent für die Damen ist nicht minder begeisterungswürdig. Lovjoi bietet aber auch Kleider, einen Rock und Shirts für Männer (die aber an sich auch Unisex getragen werden können), gerne im asymmetrischen Schnitt. Lovjoi ist frisch und unbekümmert, mit den richtigen Gedanken zu ihrer eigenen Produktion und dem Designerherz am rechten Fleck.

Studio Jux | Ethical Fashion Show | Green Showroom | SS16 | Postbahnhof am Ostbahnhof | Foto: Alf-Tobias Zahn | GRÜNE MODE

Bevor ich allerdings all diese Eindrücke sammeln konnte, zog es mich gemeinsam mit Raphael noch zu Studio Jux aus Amsterdam. Das Label habe ich bereits seit Jahren auf dem Schirm und finde die Kollektionen Saison für Saison bzw. Jahr für Jahr immer wieder gelungen. Überraschenderweise kann ich immer noch nicht ein Jux mein Eigen nennen, was sich aber in der nächsten Saison sehr sicher ändern wird. “Schuld” daran sind vor allem zwei neue Kreationen für Männer, die einfach klasse sind. Es gibt zum einen ein schmal geschnittenes Sakko (wenn gewünscht auch mit Hose als Anzug) in einem intensiven, dunklen Blauton, welches durch Feinheiten der nepalesischen Verarbeitungskunst besticht. Zum anderen hat Studio Jux nicht nur neues Jersey und Mixed Twill mit in die Saison genommen, sondern auch sommerlichen Strick, der einen auch bei wärmeren Temperaturen nicht im Stich lassen wird. Sehr tragbare und stilsichere Menswear der Marke Studio Jux, die trotz aller Widrigkeiten durch das Erdbeben in Nepal weiterhin vor Ort produziert wird.

bleed | Ethical Fashion Show | Green Showroom | SS16 | Postbahnhof am Ostbahnhof | Foto: Alf-Tobias Zahn | GRÜNE MODE

Meine allererste Begegnung auf der Ethical habe ich mir für das Ende des Reviews aufgehoben. Direkt um kurz vor 11 Uhr lief ich Michael von bleed in die Arme. Wir unterhielten uns nicht nur über die wunderbare Innatex Lounge im Fluxbau vom Vorabend, die ich wieder zum Netzwerken genutzt habe, sondern auch über das erfolgreiche Crowdfunding der Montado Black Edition. Michael und sein Team hatten auch die Damen-Korkjacke mit am Stand und freuten sich immer noch über die außerordentlich positive Resonanz auf ihr Crowdfunding und die Idee, aus Kork eine Alternative zur Lederjacke zu kreieren. Natürlich hatten sie auch frische Stiles für die nächste Sommersaison dabei. Der Weg von bleed geht in eine gute Richtung namens Streetwear und ich bin gespannt, wie lange sie die Ethical weiterhin als Messe nutzen werden. Der SEEK würde bleed ebenfalls gut zu Gesicht stehen, wenn sie die eingeschlagene Richtung beibehalten werden.

Danke Alf, ich (Lars) übernehme. In eine andere Richtung, aber auch sehr erforlgreich entwickelt sich das Kölner Label Lanius, dass sich diesmal in der Aussenhalle präsentierte. Neben luftigem Strukturstrick haben es mir (Lars) vor allem die neuen Tencel- und Modalqualitäten angetan. Lockere Blusenshirts, Kleider und Röcke mit edlem seidigem Glanz in sommerlich frischen Farben. Natürlich gibt es auch wieder schöne Musterkleider, aber insgesamt wirkt die Kollektion cleaner und das gefällt mir sehr gut. Zusammen mit den neuen Stoffen und der gewohnt hervorragende Verarbeitung wird Lanius damit sicher noch stärker auch ein jüngeres Publikum für sich gewinnen können.
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Auch bei PeopleTree gab es frische Sommerfarben und mehr einfarbige Styles als viele das vielleicht von den Briten gewohnt sind. Linda Mohrmann, die mit ihrer agentur für fair fashion PeopleTree in Norddeutschland vertreibt, konnte mir zudem berichten, dass nun auch Handwebstoffe in Bio-Qualität umgesetzt werden konnten. Das ist eine super Neuigkeit. Die handgewebten Stoffe sind seit Jahren fester Bestandteil der Kollektionen und kommen oft für die stärksten Blusen und Kleider zu Einsatz.

Die Pioniere moderner fairer und grüner Mode entwickeln sich allesamt sehr gut und mit Lovjoi und Jan ‘n June gibt es endlich mal wieder 2 vielversprechende Neulinge. Dank der Innatex-X-Lounge – diesmal mit Spreeblick im FluxBau! – habe ich zudem wieder viele großartige Menschen aus der grünen Modebranche kennen gelernt und wiedergetroffen, was sonst beim 3-Tägigen Messehopping nicht möglich wäre. So haben auch Alf und ich uns wenigstens noch ein bisschen austauschen können. An dieser Stelle nochmal ein großes DANKESCHÖN an Alf für die tolle Berichterstattung hier und auf seinem eigenen Blog www.grossvrtig.de. Bis bald Berlin.

     
 Alf-Tobias Zahn   Alf-Tobias Zahn führt mit seiner Initiative Designmob Kinder und Jugendliche spielerisch an das Thema "öko-faire Mode" heran und schreibt als freier Modejournalist über "Grüne Mode" für Groß und Klein, unter anderem für das Berliner Blogazine Kalinka.Kalinka und seinen eigenen Blog www.grossvrtig.de.

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Wieso grüne Schwimmsachen? Na ja! Wenn in diesen Wochen zwischen Wasser, Gras, Sand, Luft und unserer Haut ziemlich oft nur ein kleines bisschen Stoff liegt, dann wäre es gut….. wenn dieser Stoff möglichst giftfrei und fair produziert wurde. Im Folgenden kommen zehn Labels, die die Frage nach grüner Bademode auf zehn unterschiedliche Arten beantworten. Rein ins Wasser!

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Der Triangel-Bikini

Frija Omina (aus Berlin/Deutschland) ist gemeinsam mit Patagonia und Underprotection weit und breit das günstigste Label für fair produzierte Bikinis (79,90 Euro) und bald auch Badeanzüge. Sie werden in einer Manufaktur in Berlin Kreuzberg genäht. Die bunt bedruckten Stoffe sind aus Biobaumwolle und GOTS-zertifiziert. Baumwolle? Ja, die braucht wirklich einen Tick länger zum Trocknen, kann aber mit schönen Bändeln nachgestellt werden, damit alles wirklich immer sitzt. Frijas erste Bikinis waren aus recyceltem Polyester, aber das “Hautgefühl war dann wichtiger” und deswegen ist es Baumwolle geworden. Zu beziehen unter anderm über Dawanda und Sexyandfair.

Der Häkelbikini

Häkeln ist Omasache? Stimmt. Die Bikinioberteile (siehe Bild oben) werden von einer Handvoll älterer Damen gehäkelt, und die Panties und die Slips in einem Familienbetrieb in Apolda gestrickt. High-Tech ist dagegen das Material: Ursprünglich haarfeines Polyester, das extra auf eine Dicke gezwirnt wird, mit der man es von Hand verarbeiten kann. Das Material trocknet sehr viel schneller als Polyamid, das gewöhnlich für Bademode verwendet wird. Und es gibt noch eine herrliche Geschichte von einem Häkelbikini der Mutter von einer der Gründerinnen von e.a.seawear, wegen dem die ganze Geschichte begann. Lest selbst. Die Bikinis kosten ab 126 Euro.

Die Sportlichen

Der nächste Punkt sind die Sportlichen: Badanzüge, Bikinis und Badeshorts. Odina (Bikinis ab 100 Euro), Koru Swimwear (Bikinis ab ca. 140 Euro) und das bekannte Label Patagonia (Männershorts ab 45 Euro, Bikinis ab 75 Euro) machen Bademode, mit der man von Surfen bis Yoga am Strand alles mögliche anstellen kann. Hergestellt werden sie in Florida und Kalifornien, Wind und Wellen stecken auch in den Materialien: recycelte PET-Flaschen, recyceltes Nylon und Polyester und sogar entsorgte Fischernetze.

Die Badeanzüge

sind ein Lieblingsthema von mir, und als Mareen von Mymarini aus Hamburg mir erzählt hat, dass sie gerade groß in Mode kommen (siehe die schönen Rückenansichten oben, ab 190 Euro), hat mich das nicht gewundert. Badeanzüge schützen halt am besten vor der Sonne. Die Stoffe kommen aus Italien, werden dort umweltschonend gefärbt und in Süddeutschland zu Badeanzügen und Bikinis genäht. Etwas Besonderes bei Mymarini ist, dass die Stücke aus einem Guss gefertigt werden – ohne Schnallen, Häkchen, Bügel. Und vor allem, dass jedes Modell zwei Seiten und Farben hat, die jede für sich getragen werden können. Interessant auch 1-9-7-9, ein Label, das auf Haiwai gegründet wurde. Die ersten Bikinis wurden aus Hemden mit traditionellen Hawaiimustern upgecycelt. Die gibt es zwar nicht mehr, aber das Label ist bekannt für Swimwear im Stil der 50er-Jahre. Genäht in Thüringen mit Spandex aus Italien (ab 160 Euro).

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Curlee Bikini stellt aus recycelten und nachhaltigen Materialien Bandeanzüge und Bikinis her, die auch gerne mal etwas experimenteller sind (siehe Bild). Mit Abstand die teuerste Marke – wirklich “sustainable luxury”. Ab ca. 250 Euro. La Isla produziert in Medellin, Kolumbien, und führt in der 2015-Kollektion zwei Bikinis aus recyceltem PET (ab ca. 120 Euro). Und Finale grande: Underprotection ist primär ein Wäschelabel, das aber auch eine Handvoll Bademode im Repertoire hat – drei Bikinis und einen Badeanzug, alle schwarz und schlicht, aber raffiniert (ab 70 Euro). Sie werden in Neu Delhi, Indien, genäht, sind Fair Wear Foundation zertifiziert und aus recyceltem Polyester. Das dänische Label hat sich 2010 in Kopenhagen gegründet und ist inzwischen auch in Deutschland in vielen Geschäften zu finden: wo genau, seht ihr hier!

Dies ist ein Gastbeitrag von Magda Kotek. Die freie Journalistin erzählt auf anderskleiden.de Stories zu fair fashion und schreibt für verschiedene Magazine (u.a. ENORM).


 

     
 Kirsten   Kirsten Brodde, Blog-Gründerin und Autorin von "Saubere Sachen", hat das Thema Ökomode quasi aus dem Nichts entwickelt. Sie arbeitet als Greenpeace Detox-Campaignerin bei Greenpeace Deutschland.

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Lasst euch nicht von diesem Foto täuschen: Die PREMIUM ist beileibe nicht so klein wie es womöglich aussehen mag. Gerade erst hat sich die Premium die SEEK Berlin einverleibt und bildet zusätzlich mit der Bright Trade Show das neue Triumvirat für contemporary urban menswear. Kein Wunder, dass einem dann auch Joko über den Weg läuft (aber dies nur am Rande).

PREMIUM | Summer/Spring 2016 | Foto: Alf-Tobias Zahn | GRÜNE MODE

Mich führte es in den großen Hallen der Station Berlin zu vier grünen Labels. Die eigentlich gute Idee, die ausstellenden Brands in einer Halle und unter einem grünen Würfel zu gruppieren, wurde allerdings konterkariert – denn alleine für dieses Review fand ich zwei Labels in anderen Hallen und hätte mich, wenn ich auch noch Taschenfan wäre, noch in eine weitere Halle begeben dürfen. Ein eigentlich guter Ansatz wurde so leider nicht ganz bis zum Ende gedacht – zumindest aus meiner Sicht. Doch genug der Kritik an dieser Stelle.

Armed Angels | PREMIUM | Summer/Spring 2016 | Foto: Alf-Tobias Zahn | GRÜNE MODE

Mit Anna von Get Changed sah ich mir den Stand von Armed Angels an, die in den zurückliegenden Monaten vor allem mit ihrer Werbekampagne sowie einem tollen neuen Lookbook für Frühjahr/Sommer 2016 punkten konnten. Zu meiner Überraschung zeigte sich das Label zusätzlich noch auf der Ethical Fashion Show. Grund hierfür seien nicht die besseren Order-Möglichkeiten auf zwei Messen, sondern eher der Wunsch von Armed Angels, als “Vorreiter der Grünen Mode Bewegung” eben auch auf der Ethical vertreten zu sein. Etwas weniger dick trug das Label in der mitgebrachten Kollektion auf.  Ähnlich wie Nudie auf der SEEK Berlin legt das Label in der Tiefe des Sortiments deutlich zu und wird immer mehr zu der Alternative für konventionell produzierte Bekleidung mit modischem Anspruch. Die Neuzugänge wurden vornehmlich in Pastelltönen gehalten und mit Tencel hergestellt. Meine Favorit waren eine exakt richtig geschnittene kurze Hose in grau aus Baumwolle sowie eine tiefschwarze College-Jacke aus Tencel. Zu meiner Freunde wurde der obligatorische Engel nur noch auf wenigen Produkten als Wiedererkennungsmerkmal so prominent wie in der Vergangenheit platziert. Man merkt dem Label an, dass es wächst und auch weiter wachsen will – nicht zum Nachteil für viele Konsumenten, die in Armed Angels eine etablierte Grüne Alternative mehr zur Auswahl haben.

Noble Project | PREMIUM | Summer/Spring 2016 | Foto: Alf-Tobias Zahn | GRÜNE MODE

Danach führte mich mein Weg durch die weiten Hallen der Station Berlin zu dem bereits angesprochenen Grünen Würfel. Dort traf ich mich mit Lisa und Sarah von Noble Project. Das selbst ernannte Charity Projekt ist dem Status “Projekt” definitiv entwachsen und präsentiert sich auf der Premium als eigenständiges T-Shirt-Label. Für jede Kollektion (2 pro Saison) arbeitet das Label mit neuen internationalen Designerinnen und Designern zusammen, die ein Artwork für ein T-Shirt entwerfen oder freigeben. Ein Teil des Erlöses von Noble Project fließt in unterstützenswerte Projekte. Seit neuestem ist auch Viva von Agua mit an Bord. Absolut gelungen ist die Kollaboration mit Illustrator David Despau, der ein wunderbares Pärchen auf das Shirts gebannt hat. Mein Favorit – und auch der Favorit vieler Besucher am Stand von Noble Project. Dazu gesellen sich noch eigene Prints und Schnitte, die durch Longsleeves und Sweater ergänzt und auch durch eine Jogginghose erweitert werden soll. Ich bin sehr gespannt, welche Designer wir in Zukunft bei Noble Project noch sehen werden.  Eigentlich sollte es zum guten Ton gehören, sich dem Projekt und einer absolut guten Sache, die auch noch klasse aussieht, anzuschließen – oder etwa nicht?

Wunderwerk | PREMIUM | Summer/Spring 2016 | Foto: Alf-Tobias Zahn | GRÜNE MODE

Schräg gegenüber saßen die Jungs und Mädels von Wunderwerk vom Niederrhein, die in den zurückliegenden Jahren eine rasante Entwicklung hingelegt haben. Schwerpunkt beim Label von Tim und Heiko bleiben die Denims, die stetig weiterentwickelt werden und jetzt eben auch mit einem handgemachten Used Look die Händler begeistern. Doch Wunderwerk geht es um mehr. Nicht nur “so muss ein Arsch in einer Hose aussehen”, sondern eben auch “so muss ein Pullover an einem Mann und eine Bluse an einer Frau aussehen”. Und dafür lassen Tim und Heiko mit ihrem Team nichts unversucht. Die Damen erwartet im Frühjahr/Sommer 2016 deutsche Spitze in einer außerordentlich aufwendigen Verarbeitung sowie ein Trenchcoat aus Tencel. Die Herren dürfen sich neben Oberteilen aus Modal vor allem auf den Pullover der “Made in Japan”-Reihe freuen, für dessen Material in Japan vor Ort recherchiert wurde. Aufwendig, aber das Ergebnis zählt. Nicht nur an der Auswahl der mitgebrachten Stücke aus der Kollektion, sondern vor allem in den persönlichen Gesprächen spürt man förmlich den Tatendrang und die Leidenschaft, mit der Tim und Heiko ihr Label vorantreiben. Sehr beeindruckend! Ich freue mich schon riesig auf die nächsten modischen Entdeckungen bei Wunderwerk.

Armed Angels | PREMIUM | Summer/Spring 2016 | Foto: Alf-Tobias Zahn | GRÜNE MODE

Nicht unter dem Grünen Würfel, aber dennoch ein Modelabel mit nachhaltiger Produktion und GOTS-zertifizierten Stoffen ist Colfair, die ich auf dem Weg aus der Halle noch entdeckt habe. Vor allem haben mich natürlich die großen Prints auf den weißen Shirts neugierig gemacht. Das Label aus Warschau schafft es, mit einem insgesamt wohl 12-stufigen Druckverfahren diese Vielschichtigkeit in den Prints auf die Bio-Baumwolle zu bringen und gleichzeitig mit knalligen Farben oder einzelnen Farbakzenten zu arbeiten. Not bad, dieser Eco Soft Print. Das Garn für die Shirts stammt übrigens aus der Türkei, die Verarbeitung geschieht in Warschau. Eine erste kleine Auswahl mit Motiven, die sich sehr stark an alte russische Illustrationen und Gemälden orientieren, gibt es bereits online zu erstehen. Und alleine schon die rote Zunge des Pferdes sollte es wert sein, sich das Label noch einmal genauer anzusehen.

     
 Alf-Tobias Zahn   Alf-Tobias Zahn führt mit seiner Initiative Designmob Kinder und Jugendliche spielerisch an das Thema "öko-faire Mode" heran und schreibt als freier Modejournalist über "Grüne Mode" für Groß und Klein, unter anderem für das Berliner Blogazine Kalinka.Kalinka und seinen eigenen Blog www.grossvrtig.de.

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Bei herrlichstem Sonnenschein in der Halle tummeln fällt einem auch nur während der Berliner Modemessen ein. Dabei haben die Organisatoren der SEEK Berlin in diesem Jahr versucht, alle Besucher zumindest für den kulinarischen Konsum nach außen zu locken. Eine richtige Entscheidung, blieb so innen viel mehr Platz für die Menswear Labels und ihre Spring/Summer 2016 Kollektionen.

SEEK Berlin | Spring/Summer 2016 | Arena Berlin | Foto: SEEK | GRÜNE MODE

Zu sehen gab es viel Männermode, die den Zeitgeist aus der letzten Saison (AW 2015/2016) fortführte: Viel schwarz, viel weiß, asymetrische Schnitte, luftigere Shirts und skandinavischer Minimalismus prägten aus meiner Sicht die SEEK für den nächsten Sommer. Ich widmete mich wieder vornehmlichen den Grünen Labels, die vor Ort waren, und gut in das Markenumfeld passten. Dabei überraschte mich, dass A Question Of und auch die Unforms for the Dedicated diesmal den Weg zur SEEK nicht gefunden hatten. So blieb mir eine kleinere Auswahl, die ich um so lieber besucht habe.

SEEK Berlin | Summer/Spring 2016 | VATTER | Foto: Alf-Tobias Zahn | GRÜNE MODE

 

Frisch in der Halle eingetroffen, traf ich mich gleich mit Thomas und Marcus von VATTER. Ihr wisst ja, dass ich seit einigen Monaten großer Fan der Unterwäsche bin. Umso mehr freute ich mich, dass VATTER zum ersten Mal als Aussteller auf der SEEK vertreten waren. Mit im Gepäck hatten sie ihre aktuelle Männer- und Frauenkollektion sowie einige Bodys für die Allerkleinsten. Vor allem die Männerkollektion schien bei den Händlern gut anzukommen, so mein Eindruck mit dem ein oder anderen aus dieser Zunft etwas später am Tag. In Zukunft, so Thomas im Gespräch am Stand, wird es bei VATTER entweder weitere Modelle für die Damen geben oder noch weitere Farben für Männer und Frauen. Gleichzeitig gibt es auch immer wieder eine starke Nachfrage nach Oberteilen für die Nacht. Ich bin gespannt, wie sich VATTER rund um das sympathische Team in den nächsten Jahren entwickeln wird.

EEK Berlin | Summer/Spring 2016 | VEJA| Foto: Alf-Tobias Zahn | GRÜNE MODE

Selbstverständlich blieb ich diesmal auch wieder bei meinen Freunden von VEJA stehen, die in der letzten Saison mit Tilapia alle aus den Sitzen gerissen haben. Die schimmernden Schuppen des Buntbarsches gibt es für das nächste Jahr vor allem als kleinere Applikationen. Zudem gibt es viele Farbvariationen der bestehenden Modelle. Geprägt wird das nächste Jahr vor allem aber von insgesamt 4 Kooperationen, die die Franzosen launchen werden. Sad but true: Die sind noch so exklusiv, dass ich sie zwar mit meinen eigenen Augen sehen durfte, aber keine Fotos veröffentlichen darf. Nur so viel: VEJA wird mit einer meiner liebsten Brands einen phänomenal leichten Sneaker auf den Markt bringen und besticht in einer anderen Kollaboration mit für das Label ungewöhnlichen Formen und einem Stil, der nicht nur mir ein sehr anerkennendes Nicken entlockte. Haltet euch also fest, ab November 2015 startet VEJA mit ihren Kollaborationen so richtig durch.

EEK Berlin | Summer/Spring 2016 | pinqponq| Foto: Alf-Tobias Zahn | GRÜNE MODE

Danach besuchte ich ein Label, was mir bis datto noch nicht viel sagte. Unvorstellbar, meinte Lars am Abend während unseres Plausch auf der Innatex Lounge, aber nun einmal wahr. pinqponq machen zeitlose Taschen, die funktional, ästhetisch und nachhaltig produziert werden. Die Rucksäcke und Taschen bestehen aus recycelten PET-Flaschen und weiterem Plastik, die in Vietnam bezogen und auch dort weiterverarbeitet werden. Alles zu sozialen und fairen Bedingungen. Der cubiq in den beiden Größen Small und Large hat eine farbliche Auffrischung bekommen, die sich gelohnt hat: Alleine während meines Aufenthalts am Stand haben so viele Besucher den bunten cubiq small angefasst und besprochen, dass ich nur hoffen kann, dass auch einige bestellfreudige Händler dabei waren. Darüber hinaus gibt es nicht nur mehr Farbe, sondern auch mehr Details und einen noch höheren Grad an Multifunktionalität, unter anderem bei den Möglichkeiten, alle wichtigen Sachen in der Tasche zu verstauen und im Anschluss durch die Welt zu tragen. pinqponq hat mich überzeugt und ich werde die weitere Entwicklung der Kölner im Auge behalten.

SEEK Berlin | Summer/Spring 2016 | ekn Footwear| Foto: Alf-Tobias Zahn | GRÜNE MODE

Noch nicht einmal einen Steinwurf entfernt freute ich mich dann über den Stand von ekn Footwear. Im Mittelpunkt standen diesmal die verschiedenen Farbvariationen des Bamboo Runners und die sehr stark nachgefragten Sandalen. Noel und Daniel gehen konsequent ihren Weg weiter und designen nicht nur klassische Modelle, sondern wagen mit einem Sneaker wie dem Bamboo Runner mehr Kreativität, die automatisch provoziert. Der Bamboo Runner passt wie die Faust aufs Auge der SEEK, in seiner Ausgefallenheit und seinem internationalen Anspruch und es ist kein Wunder, wenn Händler den Sneaker nur allzugerne für ihr Geschäft haben wollen. Neben dem Runner und der Sandale fand ich auch den an VANS erinnernden Slip-On richtig gut. Er erweitert die Produktpalette bei ekn Footwear noch einmal um ein weiteres, hoffentlich erfolgreiches Modell.

SEEK Berlin | Summer/Spring 2016 | Nudie| Foto: Alf-Tobias Zahn | GRÜNE MODE

Meinen Messerundgang wollte ich dann unbedingt bei Nudie abschließen – nicht nur, aber auch auf Grund des äußerst bekömmlichen Gin Tonics. Muss ich noch viele Worte über Nudie verlieren? Eigentlich nicht, verkaufen die Schweden doch schon seit Jahren äußerst hochwertige Denims aus zertifizierten und nachhaltig angebauten Materialien in allen erdenklichen Modellen und Stilen. Doch Nudie ist more then denim! Für Frühjahr/Sommer 2016 gibt es deutlich mehr Tiefe im Sortiment, vor allem bei Shirts, Sweater und Hemden. Eines der Highlights ist die pflanzlich gegerbte Lederjacke, die in Indien hergestellt wird (wer kein Leder tragen möchte, kennt ja seit wenigen Wochen die passende Alternative). Für mich ebenfalls neu: Die recycelten Lederpatches, die dank einer Kooperation mit Kavat seit einigen Jahren bereits auf den Jeans ein zweites Leben feiern dürfen. Richtig gute Idee von den Jungs und Mädels aus Göteborg.

     
 Alf-Tobias Zahn   Alf-Tobias Zahn führt mit seiner Initiative Designmob Kinder und Jugendliche spielerisch an das Thema "öko-faire Mode" heran und schreibt als freier Modejournalist über "Grüne Mode" für Groß und Klein, unter anderem für das Berliner Blogazine Kalinka.Kalinka und seinen eigenen Blog www.grossvrtig.de.

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12 Jul, 2015

Läuft gut

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Fangen wir doch mit dem Finale an. Die Modenschauen sind ja immer so etwas wie das Sahnehäubchen auf den Messen. Im Postbahnhof auf der “Ethical” gab es diesmal neben der High-Fashion-Show mit 26 Designern und 73 Looks auch die erste Schau für Eco Streetwear zu sehen. 16 Designer zeigten 54 Looks für Frühling/Sommer 2016. Keine fantastische Show, aber ein Debüt in schroffer Fabrikhallen-Atmosphäre, das sich sehen lassen konnte.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Streetwear-Schau ist die bedeutendere Schau, die High-Fashion-Salonshow ist die coolere. Persönlich könnte ich damit leben, wenn nicht die gesamte Luxus-Mode und alle Gucci-Looks ökologisch und fair wären, mich interessiert deutlich mehr die gewaltige Menge an konventioneller Alltagsmode zu verdrängen, einfach weil dort die Massen produziert werden. Und hier zeigt sich Fortschritt: Es stellen immer mehr Label aus und die kleinen Label, die schon lange am Start sind, zeigen mehr tragbare und gut verkäufliche Entwürfe, die ein “alternatives H&M” locker füllen könnten. Soll heißen, es gibt genügend Sachen, die einen Großteil der Bevölkerung erreichen können.

Natürlich zeigten sich nicht alle auf der “Ethical Fashion on stage”, aber zu sehen waren etwa Studio Jux, Mud Jeans, Hempage, Alma&Lovis oder Lana. Tragbar und verkäuflich, aber trotzdem nicht zu sehr nach Philosophie-Vorlesung aussehend, dass präsentierte beispielsweise Studio Jux” mit einem Jumpsuit präsentierten oder Kleid und Trench mit Farbverlauf (siehe Bild oben) die so aussahen, als hätte man sie am unteren Ende in einen Farbbottich getaucht. Das sind sicher Hingucker, die Basic-Kollektionen prima ergänzen. Amüsiert habe ich mich, dass Ökomode für viele Labels offenbar heißt, gleich mal ein Ökosystem wie den Amazonas drauf zu drucken (oder zumindest einen Teil wie Palmen).

Ein “Öko-H&M” der Zukunft hätte vermutlich auch eine Secondhand-Abteilung, einen Reparatur-Service und eine Upcycling-Möglichkeit. Vorstellen kann ich mir auch eine Art Bio-Company, wo auf einem weiteren Stockwerk Öko-Mode verkauft wird – einfachere Basics wie Schlafanzüge, Sportsachen oder Socken plus wechselnde Kollektionen mit hipperen Teilen wie etwa Kleidern von People Tree. Im Öko-Supermarkt gibt es ja auch Milch und Butter und daneben aufwändigeres wie eingelegte Oliven.

Das Angebot auf Eco Streetwear-Show lässt ahnen, dass das möglich ist und bald gemacht wird. Ein Indiz gefällig? Vielleicht belegt ausgerechnet der Einstieg von Kosmetik-Riese “Weleda” als Partner der “Ethical”, dass inzwischen solche großen Player denken, mit Ökomode könne man OFFENSIV werben. Und gut ist auch, dass “Manufactum ” sehr viele Kollektionen eingekauft hat, um das Angebot an nützlichen Gartenscheren&Co. aufzupeppen.

Und die Salonshow? Luxus-Fashion  will nicht die Durchschnittsfrau anziehen. Sie wendet sich an eine modische Elite oder Frauen, die einen erwachsenen und weltläufigen Auftritt brauchen. Da kommt dann deutlich mehr Wagnis auf den Laufsteg. Gut gewählt war deshalb der Start mit “Johanna Riplinger”, dessen elfenhafter Entwurf mit Zitronen-Gelb sofort jede Müdigkeit im Publikum vertrieb. Gegen die Invasion der flachen Schuhe wehrt sich tapfer “Nine to Five” mit High-Heels (Taschen und Gürteln) aus vegetabil gegerbtem Kalbs- und Lachsleder. Ein Höhepunkt auch grüne Couture von “Pure Green apparel”, die für edle Shirts und Kleider, Seide, Hanf und Biobaumwolle kombinierten. Mit meinem Faible für Klassisches gefällt mir zu sehen, wie Claudia Lanius Sommer 2016 interpretiert: Zum hellen Waffelpiqué-Rock gibt es ein hanseatisch blaues oder schwarzes transparenteres Oberteil, unter das ein passendes Bandeau getragen werden kann. Und wer im Sommer einen leichten Strickmantel sucht, wird ebenfalls hier fündig. Lanius ist treffsicher und Kundinnen folgen ihr. Oben im Bild sind von Lanius ihre Entwürfe in Orange und Leuchtendblau zu sehen.  Bei anderen Luxus-Teilen auf der Show fürchte ich, dass es schwer wird, dafür Boutiquen zu finden. Versuchen sollte man es trotzdem.

Was soll ich sagen? Die Shows waren großartige Unterhaltung und wurden zu Recht mit Traum-Besucherquoten belohnt. Well done.

 

     
 Kirsten   Kirsten Brodde, Blog-Gründerin und Autorin von "Saubere Sachen", hat das Thema Ökomode quasi aus dem Nichts entwickelt. Sie arbeitet als Greenpeace Detox-Campaignerin bei Greenpeace Deutschland.

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Leere Gänge und kaum ein Mensch in der früher so lebendigen Eingangshalle. Das waren wohl die begehrtesten Motive am ersten Tag der vermutlich letzten Bread&Butter, wie wir sie kennen. Es war ein sehr angenehmer Messebesuch. Kein Gedrängel, kein langes Suchen, kurze Wege. Die Anzahl der Aussteller ist dramatisch zusammengebrochen. Statt bis zu 8 riesige Hallen, sind nur noch 2 belegt. Vorbei auch der Gigantismus der Messestände, was wohl vorrangig am Fehlen der für diesen Verantwortlichen Big-Player der Branche liegen dürfte. Investor Zalando hat sich zurückgehalten. Ich konnte das Logo der Berliner Höllenmaschine nirgends entdecken.

Hingefahren bin ich eigentlich nur wegen eines der wenigen international erfolgreichen grünen Brands:  Knowledge Cotton Apparel. Die Dänen hatten sich für die letzte Runde Tempelhof eines der begehrten Separees gesichert. Die gewohnt starke Kollektion kam hier super zur Geltung. Meine Highlights: ein Sommeranzug (Blazer, Hose, Shorts) aus Leinen, leichter Struktur-Feinstrick, Leinen-Baumwoll-Shorts mit leichter Waschung und Shirts aus strukturiertem, weichem Jersey. Ebenfalls ein Hingucker: eine Blousonjacke im Harrington-Style aus recyceltem PET. Die Kollektion hat damit sowohl im Bereich erwachsene Bürotauglichkeit als auch fashionorientierterem Urban Casual erneut zugelegt. Das überzeugt auch viele konventionelle Modehändler. Der Stand war gut besucht.

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Zu meiner Überraschung gab es jedoch noch mehr Grün auf der BBB zu entdecken. Zum Beispiel Rotter aus Leipzig. Designer Jan Rotter zeigte Trenchcoats, Hemden und Hosen aus upgecycelten Pfadfinderzeltstoffen. Die Stoffe sind weiß und tragen einen individuellen Grauschleier der Nutzungsphase, die Schnitte reduziert und durchdacht. Die Taschen der Hosen stehen oben auf, es passt mehr hinein und der Träger kommt leichter an den Inhalt dran. Passende Hosenträger lassen sich mit Formschönen feinen Karabinern an die Gürtelschlaufen klippen. Zusammen mit dem robusten Material trifft hier die Funktionalität von Workwear auf avantgardistisches Design. Für die Zukunft nimmt Rotter auch andere nachhaltige Materialien ins Visier. Spannend!
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Streetwear made in Germany präsentierten Stork&Fox. Die Mannheimer haben mit reinen Print-Shirt-Kollektionen angefangen und ihr Sortiment inzwischen um eine Reihe Sweater erweitert. Alle Stoffe sind GOTS zertifiziert und die Verarbeitung erfolgt komplett in Süddeutschland. Mit einem schönen, in schwarz gehaltenem Stand und leicht düsterem Promovideo sind sie hoffentlich noch mehr Besuchern in den folgenden Tagen auffallen. Das Video gibt es auch online zu sehen.
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Alyki aus Italien machen vorrangig Cashmere-Strick. In einer neuen Linie recyceln sie nun Faserabfälle aus der eigenen Spinnerei zu einem Mix aus Cashmere, Seide und Wolle. Schönes Projekt, von einem ansonsten bisher nicht wirklich grünen Label. Die verwendete Baumwolle ist noch konventionell.

Wer auf der Suche nach Taschen aus pflanzlich gegerbtem Leder ist, sollte sich mal Kirin aus Aachen anschauen. Hier gibt es eine solide Auswahl von Shopper bis Officebag aus lokaler Handwerksproduktion und mit vegetabil gegerbtem Leder aus Deutschland.

Zum Abschluss habe ich noch kurz beim Einhorn gestoppt. Das Startup aus Berlin produziert faire, vegane Kondome und vertreibt sie in knallbunten, grafisch abgedrehten Chipstüten. Fazit: supersympatischer Gründer, lustiger DIY-Stand und eine stylishe Verpackung, mit der das Einhorn gerne auch den Einzelhandel abseits von Drogeriemärkten und Supermärkten erorbern würde.

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Von der BBB bin ich dann noch rüber zur Show&Order. Dorthin ist Kuyichi umgezogen. Die Jeanser aus den Niederlanden setzen für den Sommer auf leichte, sehr weiche Denims, in den engeren Passformen mit Superstretch für maximalen Tragekomfort. Im Kontrast dazu steht ein festerer Denim mit 26 % Carailar Flax, für die Männer sowohl auf einem Straight Fit (Nick) als auch auf einem Tapered Fit (Chris). Bei den Oberteilen haben mir besonders einige lässige Leinen-Shirts und ein schwarzes Tencel-Kleid gefallen.
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Ansonsten hatte die Show&Order nicht viel Grünes zu bieten. Edelziege präsentierte noch schönen, luftig-leichten Cashmere-Strick und zeigte, dass dieses Material auch im Sommer wunderbar zu tragen ist. Insgesamt sicher mein bisher kürzester Messebesuch in 7 Jahren Modebranche. Mein erster Tag in Berlin war somit sehr entspannt. Mit bio-veganer Pizza an der Spree im Mörchenpark konnte ich somit auch noch etwas Berliner Sommer genießen.

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die gruene wiese in Münster - einen der größten grünen Concept-Stores in Deutschland mit angebundenem Onlineshop. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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Der Wandel der Berliner Messelandschaft schreitet voran. Vermutlich zum letzten Mal ist die Bread&Butter als Händler-Messe dabei. Deutlich geschrumpft und mit einem neuen Eigentümer, der den Einzelhändlern so gar nicht schmecken dürfte. Es ist ihr vielleicht größter Gegner und für viele gar der eigene Totengräber: Zalando.
In den letzten Jahren sind jedoch viele neue Messen entstanden und gewachsen, sodass es weiterhin eine echte Herausforderung bleibt, einen Überblick über die grünen Angebote zu bewahren. Wir haben es wieder versucht, aber sicher auch einiges übersehen. Daher freuen wir uns auch dieses Mal über Ergänzungen per Kommentar!

Wie immer können wir keine Gewähr übernehmen, dass alle gelisteten Marken auch wirklich so grün sind, wie oder die Messen es versprechen. Also bitte immer nochmal nachfragen nach sozialen und ökologischen Standards, Zertifizierungen und anderen Multistakeholder-Initiativen.

Allen Berlinreisenden eine gute Zeit im neu durchmischten Messedschungel. Wir sehen uns auf der Innatex Lounge und sicher auch auf den Messen. Bis Berlin!

 

TRADESHOWS

ETHICAL FASHION SHOW
959 | Alma & Lovis | Aluc | Antonio Verde | Armedangels | Asquith | Bis es mir vom Leibe fällt | Bleed | Brainshirt | Braintree | Cado | Colorio Organics | Daily’s | De Colores | Dialog Textil-Bekleidung | El Naturalista | Elementum by Daniela Pais | Fair Wear Foundation | Format | Frajorden | Freshtex | G&A – Organic Underwear | Globe Hope | Goodsociety | GOTS | Grand Step Shoes / Airbox | Greenbomb | Harold´s | Hempage | Hirsch Natur | Hofius | Inheels | Jalfe | Jentil | Jersey Company | John W. Shoes | Knopf Budke | Kokon Zwo | Komana | Komodo | L´Herbe Rouge | Lana | Lanius | Lavgon | Lebenskleidung | Lovjoi | Madness | Maeko | Marcia de Carvalho | Mariedal Design | Miss Green | Mud Jeans | Muka Va | Myomy | Naturtextil Best und GOTS | Nicoletta Fasani | Nix | Nomadic Me | Nubijin | Organication | Päälä | Par.Co Denim | People Tree | Phil & Lui | Pink Lotus Moden | PLA Shoes | Pure | RCM Clothing | Re Verdir | Recolution | reWrap | Room to Roam | Saint Basics | Schweikardt Moden | Shirts for Life | Simple Animal | Slowers | Studio Jux | Tauko | The Hemp Line | ThokkThokk | Transfair | Triple Tree | Ultrashoes | Uprise | Wonderlands | Woody | Zurita


GREEN SHOWROOM

Amalena | Amallgamm | AmazonaSecrets | Adiane Cojean | Carpasus | Clara Waldburg | Coccon | Cus | Deepmello | Elisa F | Esmod Berlin – International University of Art for Fashion | Farrah Floyd | Flavia Aranha | Gotsutsumu | Inti Ferreira | Jan `N June | Johanna Riplinger Linda Mai Phung | Lozena | M of Copenhagen | Nine To Five | Pure Green Apparel | Real Time Collection | Rudolf | SilkboxSkrabak | Studio Elsien GringhuisStudio MyrTu & TuTytti Thusberg | Walkboxx | Werner Schuhe | Xess + Baba | Zora Heinicke

 

PREMIUM EXHIBITIONS
Aimee | Armedangels | Beaument Organic | Laidbacklondon | Les Racines du Ciel | Matt & Nat | Noble Project | O My Bag | Wellicious | Wunderwerk


SEEK
A Question Of  | Ecoalf | ekn Footwear | Kancha | Kavat | K.O.I Kings of Indigo | Nudie Jeans | Pinqponq | Re;Code | Uniforms for the Dedicated | Veja


BREAD&BUTTER
Kirin | KnowledgeCottonApparel | Rotter | Stork&Fox |


PANORAMA BERLIN

Natural World | Think!


SHOW&ORDER

Edelziege | FTC Cashmere | Kuyichi

 

SEMINARS AND PANEL DISCUSSIONS


WEDNESDAY 08.07.2015
ETHICAL FASHION SHOW
und GREEN SHOWROOM
10:00 Uhr: Eröffnung durch Christian Adelsberger, Einkaufsleiter von Kastner & Öhler und Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt

Im Anschluss, ca. 10:30 Uhr: Presserundgang

11:30 Uhr: Trendvortrag: Authentic Luxury | A  Decade of Transformation. Stefan Siegel, Gründer von Not Just A Label (auf Englisch)

13:00 Uhr: WellMade Seminar zur Unterstützung besserer Arbeitsbedingungen auf dem Gebiet nachhaltiger Zulieferketten, Fair Wear Foundation (auf Englisch)

14:30 Uhr: Vortrag: Wearable Technology. Thomas Gnahm, Gründer von Wear it Festival (auf Deutsch)

16:00 Uhr: Vortrag: Ökologische, soziale und qualitative Aspekte beim Einsatz von synthetischen und natürlichen Fasern.
 Claudia Kersten, GOTS Marketing Direktorin und Repräsentantin Deutschland, Österreich, Schweiz und Heike Scheuer, IVN Geschäftsstellenleitung (auf Deutsch)

17:00 Uhr: Presserundgang


THURSDAY 09.07.2015
ETHICAL FASHION SHOW und GREEN SHOWROOM
14:30 Uhr: Presserundgang

16:00 Uhr: Salonshow mit Outfits von Audiana Cojean, Austriandesign.at, Amallgamm, Carpasus, Cocccon, Cus, Deepmello, Elisa F., Esmod, Flavia Aranha, Inti Ferreira, Johanna Riplinger, Lanius, Linda Mai Phung, Lozena, Pure Green Apparel, Rudolf, Skrabak, Studio Elsien Gringhuis, Tu & Tu, Tytti Thusberg, WalkBoxx/SilkBoxx, Xess+Baba und Zora Heinicke. Nur auf Einladung!

18:00 Uhr: Ethical Fashion on stage mit Outfits von Alma & Lovis, Daily’s, Elementum by Daniela Pais, Guate Va Vest, HempAge, Jersey Company, Lovjoi, Marion Kracht for Lana – vegan & organic, Mud Jeans, Myomy Do Goods, Pälää, ReWrap, Studio Jux, Tauko, Tuschimo und Wonderlands. Nur auf Einladung!

 

LAVERA SHOWFLOOR
18.00 – 19.00 Uhr: Diskussionsforum “Nachhaltigkeitskonzepte in der Kosmetikbranche – Nachfrage, Trends und Visionen” mit Klara Ahlers (Geschäftsführerin Laverana GmbH & Co. KG), Francesca Morgante (NATRUE), Dr. Kölle (fjol – Agentur für nachhaltige Unternehmensführung) sowie Dr. Manon Haccius (Alnatura)

 

FRIDAY 10.07.2015
ETHICAL FASHION SHOW und GREEN SHOWROOM
11:00 Uhr:
Create Green Breakfast in Kooperation mit Create Berlin. Podiumsdiskussion zum Thema „Vegane Mode“. Mit Marion Kracht (Marion Kracht for Lana), Julia Akra-Laurien (Noveaux Magazin), Holger Brodkorb (Ragwear) und Hendrik Haase (Foodaktivist und Blogger), Moderation: Stefanie Hütz (Journalistin) (auf Deutsch)

13:00 Uhr: Vortrag: Fairtrade Textilstandard – Fairtrade Baumwolle. Caroline Zamor, Key Account Manager und Leslie Michel, Projektmanager

14:30 Uhr: WellMade Seminar. Unterstützung besserer Arbeitsbedingungen auf dem Gebiet nachhaltiger Zulieferketten, Fair Wear Foundation (auf Deutsch).

 

 

FASHION SHOWS

THURSDAY 09.07.2015
GREEN SHOWROOM
16:00 Uhr:
Salonshow mit Outfits von Audiana Cojean, Austriandesign.at, Amallgamm, Carpasus, Cocccon, Cus, Deepmello, Elisa F., Esmod, Flavia Aranha, Inti Ferreira, Johanna Riplinger, Lanius, Linda Mai Phung, Lozena, Pure Green Apparel, Rudolf, Skrabak, Studio Elsien Gringhuis, Tu & Tu, Tytti Thusberg, WalkBoxx/SilkBoxx, Xess+Baba und Zora Heinicke. Nur auf Einladung!

ETHICAL FASHION SHOW
18:00 Uhr: Ethical Fashion on stage mit Outfits von Alma & Lovis, Daily’s, Elementum by Daniela Pais, Guate Va Vest, HempAge, Jersey Company, Lovjoi, Marion Kracht for Lana – vegan & organic, Mud Jeans, Myomy Do Goods, Pälää, ReWrap, Studio Jux, Tauko, Tuschimo und Wonderlands. Nur auf Einladung!

LAVERA SHOWFLOOR
15.00 Uhr: MICHAEL SONTAG
17.00 Uhr: TAMMAM
19.30 Uhr: DJ-Set Noah Becker
20.30 Uhr: LUXAA und Vergabe “lavera Green Fashion Award”

 

PARTIES AND SCREENINGS

WEDNESDAY 08.07.2015
19:00: Innatex Lounge (Nur auf Einladung)

 

 

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die gruene wiese in Münster - einen der größten grünen Concept-Stores in Deutschland mit angebundenem Onlineshop. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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Eco Fashion ist im Mainstream angekommen: Labels wie Armedangels oder Peopletree hängen längst in konventionellen Läden. Was aber fehlt, ist funktionale Sportmode. Von Labels, die Yogamode vertreiben, mal abgesehen, gibt es leider noch immer keine echte grüne Sportmode. Der Laufmodenhersteller Andre Kossmann versucht, das zu ändern. Im Interview verrät er, was seine (übrigens vegane) Kleidung von anderen unterscheidet und warum es für die kleinen Hersteller eine Herausforderung ist, nachhaltig zu produzieren.

Wie kamen Sie dazu, Laufbekleidung herzustellen? Laufen Sie auch selbst?

Kossmann: Ich bin in der glücklichen Lage, Hobby und Beruf verbinden zu können. Ich habe früher Laufen als Leistungssport betrieben, bin alles von 5000 Meter bis Marathon gelaufen und auch relativ schnell. Schließlich steht meine Marathonbestzeit auch im Kragen jeder meiner Produkte. Nach dem Studium habe ich zusammen mit einem Freund einen Laufladen in Stuttgart gegründet, später dann den Vertrieb für eine kalifornische Lauftextilmarke übernommen, dann als Mitgründer bei RONO gelandet und danach als Geschäftsführer zur Laufschuhmarke Saucony gewechselt. Vor fünf Jahren hatte ich keine Lust mehr auf „Billig produzieren – teuer verkaufen“ und dachte, das muss auch anders gehen. So bin ich zur eigenen Firma gekommen und entwickle und produziere heute Lauftextilien in Deutschland, immer auf der Suche nach noch besseren Stoffen und einer top Verarbeitung.

Was ist das Besondere an Ihren Stoffen und Materialien?

Kossmann: Alle Stoffe, Materialien und Zutaten – wie z.B. die Reißverschlüsse – kommen aus Deutschland, Italien und Österreich. Das garantiert erstklassige Qualität und bietet kurze Lieferwege, etwa im Vergleich zu einer Produktion in Asien. Alle Artikel werden in Deutschland, im Großraum Chemnitz, hergestellt.

Außerdem können die Stoffe natürlich auch was: Die Winterstoffe funktionieren wie ein Löschblatt und halten so den Körper trocken; die Sommerstoffe hingegen sind weich und fließend und bieten einen hohen Lichtschutzfaktor.

Wie kamen Sie darauf, die Sachen fair zu produzieren, was ist Ihr Anreiz?

Kossmann: Billigproduktionen in Asien habe ich genug gesehen. Ich wollte es eben anders und besser machen.

Wie ökologisch sind die Materialien, die Sie verwenden? Sind diese mit Siegeln ausgezeichnet?

Kossmann: Viele Siegel gelten für natürliche Stoffe wie z.B. Baumwolle. Unsere Funktionsstoffe sind aber alle aus Kunstfasern. Da gelten Zertifikate wie ÖKOTEX 100 (Textiles Vertrauen). Alle Stoffe und Materialien sind danach zertifiziert. Ein anderes Problem ist, das Zertifizierungen oft sehr teuer sind. Davon leben die Testinstitute. Ein kleines Unternehmen wie wir kann das nicht bezahlen. Alternativ gehen wir dafür mit Produktinfos sehr offen um. Wir verraten, wo wir nähen und welche Hersteller wir verwenden. Zum Besuch in der Produktion haben wir auch schon etliche Menschen mitgenommen, um zu zeigen, wie eine Textilproduktion in Deutschland aussieht.

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Warum, glauben Sie, gibt es im Bereich der Sportkleidung so wenig nachhaltige Kleidung?

Kossmann: Es gibt sicher zwei Gründe: Für die Industrieseite gilt, das man mit einer Produktion in Deutschland oder Westeuropa nicht viel Geld verdienen kann, weil Näharbeit und Stoffe hier sehr teuer sind. Unsere Produkte sind nur deshalb „nur“ 10-20 Prozent teurer als andere Markenhersteller, die in Asien nähen lassen, weil wir mit wenig „Overhead“ und weniger Marge arbeiten.

Für die Käufer, also die Endverbraucherseite gilt: Bei Umfragen sagen regelmässig 60 Prozent der Menschen, das sie nachhaltige Produkte kaufen würden. Tatsächlich tun dies aber maximal 5-6 Prozent. Auch wir bekommen häufig zu hören: „Deine Produkte sind toll, aber mir zu teuer“. Damit wird der Markt für uns „Exoten“ doch sehr klein und dies erklärt, warum es so wenig Anbieter gibt.

Haben Sie einen weitergehenden nachhaltigen Ansatz? Benutzen Sie Ökostrom oder verwenden Sie recycelte Verpackungen?

Kossmann: Wir verfolgen dies nicht explizit, aber wir setzen unseren Menschenverstand ein. Unser Büro arbeitet mit Ökostrom, wir versenden Lieferschein und Rechnungen mit der Ware, um zusätzliche Fracht und Papier zu sparen. Wenn wir Recyclinggarne bekommen können, setzen wir sie ein. Und selbstverständlichen reparieren wir Textilien für unsere Händler und Endkunden, bevor sie einfach umgetauscht und weggeworfen werfen. Bei Asienproduktionen ist dies unrentabel, denn ein Jacke Made in China ist zum Beispiel viel billiger als die Reparatur eines Reißverschlusses in Deutschland.

Ihr Design ist weit weg vom Klischee “Rosa und pink für Frauen, Neon und schwarz für Männer”. Ist das Zufall oder gewollt?

Kossmann: Danke! Neon mag ich nicht und Pink hatte ich schon. Im Ernst, die Farbauswahl, die zweimal im Jahr ansteht, ist der schwierigste Teil der Kollektionsentwicklung. Bis die Farben feststehen, brauche ich immer  Wochen. Da fließt dann ein, welche Farben wir schon hatten, welche Farben die Mitbewerber haben, welche Farben es im Outdoor/Bikebereich gab und gibt – aber auch welche Farben gerade in der Mode oder im Fitnessbereich zu sehen sind.

Die grundsätzliche Ausrichtung unserer Farbgestaltung lautet: Frauenfarben etwas femininer, Männer dagegen klar und sportlich. Und am Ende müssen mir die Farben natürlich selbst auch gut gefallen. Was ich selbst nie anziehen würde, nehme ich auch nicht in die Kollektion auf. Das gilt für Farben wie für Produkte gleichermaßen.

     
 Sara Westerhaus   Sara Westerhaus ist Onlineredakteurin und freie Autorin für verschiedene Magazine und Blogs. Schon seit 2007 bloggt sie zudem in ihrem eigenen Blog In Bewegung über Nachhaltigkeit, Vegetarismus und Laufsport.

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12 Mai, 2015

Vegane Korkkampagnen

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Schon seit ein paar Jahren entwickeln verschiedene Labels Produkte aus Kork, bei denen sie Leder mit dem Rindenmaterial ersetzen. Kork ist ein spannender veganer Lederersatz, denn wie Leder entwickelt es durch die Nutzung eine schöne Patina. Während bei glatten Kunstledern mit der Zeit meist die Farbschicht Macken und Kratzer bekommt und auch Velours-Kunstleder schwer über längere Zeiträume schön zu halten ist, wird Kork mit dem Alter immer schöner.
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Nach Gürteln und Portemonnaies in unbehandeltem Kork-braun hat Bleed Clothing nun eine Kollektion mit schwarz gefärbtem Kork entwickelt. Im Mittelpunkt der Montado Black Edition stehen schwarze “Leder”-Jacken. Für die Mädels im Biker-Style und für die Jungs etwas weiter und lässiger. Wie auch die Accessoires bestehen die Jacken nicht zu 100 % aus Kork, sondern der Kork wird dünn geschnitten auf ein Trägermaterial auflaminiert. Bei den Accessoires ist das Altpapier, bei den Jacken Bio-Baumwolle. So verarbeitet ist Kork sehr flexibel, sehr stabil und dazu auch atmungsaktiv. Selbst jahrelang in der Gesäßtasche getragene Portemonnaies nutzen kaum ab, entwicklen jedoch besonders viel schöne Patina.

Der Kork von Bleed stammt aus der Montado Region in Portugal, nach der die Kollektion auch benannt ist. Die Bauern in der Region pflegen die Korkbiotope, die hunderten von einzigartigen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause bieten.

Um die neue Produktlinie zu Finanzieren hat Bleed eine Crowfundingkampagne auf Startnext gestartet. Unterstützer_innen können neben den Jacken auch Gürtel und Portemonnaies aus schwarzem Kork erwerben.

 

Ebenfalls auf Kork als Lederersatz setzt das Taschenlabel Ono Creations. Als Träger- und Futtermaterial verwendet Ono Tencel. Die Taschen und Accessoires von Ono haben klare moderne Formen und sind leicht und alltagstauglich. Im Crowdfunding-Video unten zeigt Ono zudem, dass Kork auf natürliche Weise wasserabweisend ist und sich sogar Rotwein ganz einfach wegwischen lässt.

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Die Taschen werden in kleinen Werkstätten auf Bali (Indonesien) gefertigt. Die Mitarbeiter_innen können ihre Arbeitszeiten frei wählen und so ihre Tätigkeit besser mit der Familienarbeit vereinbaren. Die Nähmaschinen werden an die Mitarbeiter_innen verliehen. So können sie von zuhaue arbeiten und dürfen die Maschinen auch für eigene Projekte nutzen.

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Alle Produkte bestehen bis auf den wasserbasierten Kleber für das Laminieren des Korks vollständig aus Natur- und naturbasierten Stoffen. Neben Kork und Tencel kommen Knöpfe aus Altholz und als Nähgarn pflanzlich gefärbte Bio-Baumwolle zum Einsatz. Dann sind die Taschen und Accessoires komplett kompostierbar bei einer zugleich sehr innovativen Materialkombination.

Auch für Ono Bags läuft gerade ein Crowdfunding, diesmal bei Indigogo. Es sind allerdings nur noch wenige Tage, also schaut euch das Ganze schnell mal an. Live sind die Taschen auch schon im Ethical Fashion Store Kiss The Inuit in Köln und Bonn zu bewundern und zu erwerben.

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die gruene wiese in Münster - einen der größten grünen Concept-Stores in Deutschland mit angebundenem Onlineshop. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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