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Als alle da sind am Abend des Experten-Talks zur Zukunft der Mode bei Greenpeace, ergibt das im Atrium des Gebäudes ein sehr hübsches Bild. Auf rauen Paletten sitzen coole Instagram-Mädchen neben Mode-Professoren, hockt der Cradle-to-Cradle-Gründer neben einem Kindermode-Macher, zeigen sich abgefahrene Looks neben Allwetter-Kluft: Greenpeace meets Glamour.  In der ersten Reihen schreiben Mädchen erste Bemerkungen in ihre Notizbücher, hinten schießen Fotografen erste Bilder. Es fühlte sich großartig an und sehr gegenwärtig, obwohl wir doch über die Kleiderschränke von morgen reden wollten. Moderiert von Yvonne Weiß, Chefreporterin des “Hamburger Abendblatts” unterhalten sich hier die Berliner Mode-Professorin Friederike von Wedel-Parlow, Thekla Wilkening von der  Hamburg Mode-Bibliothek “Kleiderei” und ich als Detox-Campaignerin über unsere Überzeugungen und Haltungen zur Mode. Parallel zu den Modeschauen in London, Mailand und Paris, wo gerade die originellsten Outfits bejubelt werden, beglücken wir hier die Besucher mit ein paar originellen Ideen und zelebrieren auch ein paar Gegensätze.

Wir reden über Ökomode-Labels als “revolutionäre Zellen” und Vorhut des größeren Wandels, den wir gerade in der Mode-Industrie sehen, welche Rolle das Leihen spielen kann als Alternative zum Neukaufen und wie wichtig eigentlich der stete Wandel ist. Aus dem Publikum kommen kluge Fragen und wunderbare Anregungen, wir sollten doch nicht mehr “Kunden” sagen, sondern “Wertschätzer”, denn um diese Wieder-Entdeckung ginge es doch schließlich a la long. Absolut! Und weil ins Atrium des Greenpeace-Gebäudes in der Hafen-City nur 100 Leute passen und wir deshalb einen Live-Stream ins Internet organisiert hatten, könnt ihr alles nochmal hier angucken.  Es kam mir an diesem Abend so vor, als würde ich in ein Kaleidoskop gucken, so bunt und beweglich war die Veranstaltung.

Und gab es Dissens? Vielleicht an diesem Punkt. Obwohl mich Mode über die Jahre ständig mehr fasziniert und ich den Wunsch nach Veränderung verstehe,  halte ich den Rahmen, in dem diese angebliche Veränderung stattfindet, für eng. Sicher habe ich das etwas angespitzt formuliert und süffisant erklärt, letztendlich ginge es doch jeden Morgen um die Auswahl einer Hose und eines Oberteils und nicht mehr, dadurch werde man eben nicht an einem Tag zum Gruftie und am anderen Tag zum Punk. Trotz Mode seien wir alle mehr oder weniger uniformiert. Zur steilen These inspiriert hat mich die Arbeit eines Fotografen, der 20 Jahre Leute fotografiert hat – die alle ziemlich gleich angezogen sind.  Seht selbst.

Aber es mag so angekommen sein, dass ich Leute, die sich gerne über Mode ausdrücken, für oberflächlich halte. Jedenfalls lese ich das so aus Theklas Blogeintrag über die Veranstaltung und das tut mir leid. Denn letztendlich haben Thekla und Pola mit dem Ausleihen von Alltagskleidung etwas gestartet, was Umweltschutz und Leidenschaft für Mode vereint und dem hemmungslosen Konsum etwas entgegen setzt. Diese Idee des “never ending” – des unerschöpflichen – Kleiderschrankes ist inzwischen in viele andere Städte geschwappt.  Ich war so hin und weg, dass ich am nächsten Tag mein erstes Kleiderpaket geordert habe – vier Teile pro Monat für 30 Euro (inkl. Reinigung und Retour-Schicken). Minimum ist ein Drei-Monatsabo – danach lässt sich jederzeit kündigen. Rein ökonomisch argumentiert ist das für jede Fashionista etwas, der sonst in drei Monaten 90 Euro für NEUE Klamotten ausgeben würde – nicht abwegig, oder? Jedenfalls sind es ein knallbunter Kimono (Eco), eine blaue Wickelbluse, ein weißes Shirt mit Eidechsen-Print (Eco/Fair) und ein Häkel-Pulli angekommen und vervollständigen meine Garderobe. Ich habe übrigens die Girls auswählen lassen, weil sie so sichtbar Stil haben. Ich hätte aber auch selber meine Wahl auf der Kleiderei-Webseite treffen können – nächstes Mal nehme ich “Wertschätzerin” einen dieser kurzen Jumpsuits!

Friederike von Wedel wiederum – ebenfalls auf dem Podium – bildet den Nachwuchs von morgen in anderer Hinsicht aus – sie entwickelte an der ESMOD in Berlin das Master-Programmes “Sustainability in Fashion”und unterrichtet dort auch. Vor kurzem lud sie zu einem Experten-Workshop zu kreislauffähiger Mode. Eines der großen Zukunftsthemen, die immer so ein bisschen wie eine Prophezeiung aus dem Märchenland klingen. International wird “zero waste fashion” aber immer breiter diskutiert und die Ideen werden vielfältiger und ausgereifter – das zeigte auch dieser Workshop überzeugend. Die Projekte der Studierenden, die wir dort diskutierten, werden hoffentlich Realität – das Potential haben sie. Und wie es sich gehört für “fashion in cycle” saßen wir im Kreis wie die Ritter der Tafelrunde.

Gefreut hat mich, eine der großen Persönlichkeiten der ersten Stunde persönlich kennen zu lernen: Britta Steilmann, die Anfang der Neunziger mit Mitte zwanzig ihre erste Öko-Kollektion auf den Markt brachte und – sie sagte das selber – grandios scheiterte. Sie war womöglich einfach zu früh – ihr Mut, etwas mit voller Kraft voran zu treiben und auszuprobieren, inspirieren den Mode-Nachwuchs aber bis heute.

Apropos Pioniere: Christoph Dahn aus Freiburg hat den Podcast Greenblut FM gestartet, der hörenswert ist und begann mit Katharine Hamnett und Safia Minney (People Tree). Erscheint alle zwei Wochen am Freitag. Demnächst stehe ich dort zur Detox-Kampagne Rede und Antwort.

Euch allen eine schöne Woche.

 

 

 

 

 

     
 Kirsten   Kirsten Brodde, Blog-Gründerin und Autorin von "Saubere Sachen", hat das Thema Ökomode quasi aus dem Nichts entwickelt. Sie arbeitet als Detox- Campaignerin bei Greenpeace Deutschland.

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20 Feb, 2015

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Foto: Christian Grewe / INNATEX

Mehr als 280 Labels präsentierten sich auf der 36. Innatex in Hofheim-Wallau. Zuwachs erhält die Messe vor allem durch progressive junge grüne Marken und das so zahlreich, dass der Laufsteg aus der für junges Design reservierten Halle 2 ins Obergeschoss der Halle 1 verlegt wurde.

Gleich mit 6 starken Labels präsentierten sich niederländische Designer auf einer “Eco Dutch Design”-Sonderfläche in Halle 2. Mit dabei Elementum mit ihrem Konzept transformativer Schnitte, OAT mit teilweise kompostierbaren Sneakern und das Leasing-Jeans-Label Mud.

Sehr gut gefallen hat mir die neue Kollektion von Studio JUX. Geradlinige Schnitte, viel oversize und toller, voluminöser Strukturstrick. Zudem zumindest für mich zum ersten Mal in einer Fashion Kollektion das bambusbasierte Lyocell Monocel. Leider jedoch mit der Teil-Bio-Polyester-Faser Sorona von DuPont kombiniert, die eher nicht als grüne Faser gelten kann.

Tolle Haptiken und cleane, fast schon futuristische Schnitte auch bei Elsien Gringhuis. Die Kollektionen werden komplett in der Heimat der Designerin, den Niederlanden produziert. Die meisten Stoffe bestehen aus fein gewobenem Wollgarn. Besonders fasziniert hat mich ein Sweatmaterial mit neoprenartigem Griff. Ich hatte auf eine neue grüne Materialart gehofft, es ist jedoch “nur” ein Viskose-Polyamide-Mix. Sicherlich aber sehr viel umweltfreundlicher als das richtige Neopren, das gerade von konventionellen Brands wieder vermehrt für Mode verwendet wird.

Während Miss Green in der Kollektion für den kommenden Sommer noch viel mit Bambus-Viskose gearbeitet hatte, hat Designerin Maaike Groen nun alles auf das nachhaltigere Tencel umgestellt. Wunderbar fließende Stoffe und auch schön strukturierte weiche Baumwoll-Sweats. Besonders gefallen hat mit ein Faltentop sowie ein oversiziger Grobstrickcardigan mit wechselnden Strickmustern aus recycelter Wolle.

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Jede Menge vegane Neuheiten gibt es bei John W. Shoes. Designer Detmar hat endlich Kunstleder aus Recycling-PET gefunden, die auch seine modischen und qualitativen Anforderungen erfüllen. In der Konsequenz gibt es im Winter 2015 nun alle Jonnys Klassiker wie Schnürbboot, Chelsea-Boot und auch die feineren Stiefeletten mit höherem Absatz in veganer Version. Dazu kommen bunt gemusterte High-TopSneaker und eine Mid- und Low-Top-Sneakerserie auf Recycling-PET-Nubuk.

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Ebenfalls in Halle 2 präsentierte Linda Mohrmann die Labels ihrer Agentur. Linda vertritt unter anderem die britischen FairTrade-Fashion Pioniere von People Tree, wie immer mit vielen tollen Kleidern und auch einem ausgebauten Strickangebot. Edelste feine Merino- und Alpaca-Strickwaren made in Germany bietet das Label Ansoho. Zu den absoluten Highlights der Innatex (und auch schon der Ethical Fashion Show in Berlin) gehören für mich jedoch die neuen Winterjacken von LangerChen. Aussen PFC-frei imprägnierter feiner Bio-Baumwoll-Webstoff, innen superleichtes, wärmendes Recycling-Polyester-Futter, dazwischen eine PFC-freie Membran. Technisch perfekt und das Ganze in cleanen kurzen und langen Passformen für Sie und ihn in vielen Farben. Vegan sind die Jacken ebenfalls. Toll!

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Unter den als Design Discoveries ausgezeichneten Erstaussteller haben mir Linda Mai Phung und Here Today Here Tomorrow besonders gut gefallen. Linda Mai Phung kommt aus Vietnam und übersetzt traditionelle asiatische Elemente in eine sehr urbane Fashion-Kollektion. Besonders spannend ist das in der gezeigten Kollektion bei einer Serie mit Röcken, Sweatern und Rucksäcken, bei denen traditionelle gewebte Stoffe auf moderne klare Schnitte treffen. Im Foto unten auch nocht mit goldenen Lederdetails.

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Foto: Christian Grewe / INNATEX

Here Today Here Tomorrow kommen aus London und betreiben dort auch einen grünen Concept Store, der Londonbesucher_innen hiermit wärmstens empfohlen sei. In der eigenen Kollektion dreht sich alles um Strick in mal blockigeren und mal verspielteren Mustern und starken Farben. Die bunten Handschuhe und passenden Schals und Mützen sind auf jeden Fall echte Hingucker. Dazu gibt es Röcke, Polunder und Cardigans. Alles handgestrickt in einem FairTrade Projekt in Nepal.

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Foto: Christian Grewe / INNATEX

Eine spannende Podiumsdiskussion gab es ebenfalls an meinem Besuchstag. Zum Thema “Naturtextil, Regenerat, Vegan – Welche Fasern sind am nachhaltigsten?” diskutierten Norbert Henzel (Diplom Chemiker, Institut für Materielle Kultur der Uni Oldenburg), Heiko Wunder ( Produkt-Chef wunderwerk), Elena Geuking (Global Sustainable Management GmbH) und
Friederike von Wedel-Parlow (Sustainability in Fashion, Esmod Berlin). Für alle, die nicht vor Ort waren, gibt es die komplette Runde auch als Video-Stream.

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die Gruene Wiese in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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SEEK | Herbst/Winter 2015/2016 | Fasion Week Berlin | Foto: Alf-Tobias Zahn

6 aus 49 kennt ihr sicherlich von den Lottozahlen am Wochenende. 6 aus 250 ist allerdings meine Losung für meinen Rückblick auf die diesjährige SEEK. Doch genug der Vorrede – tauchen wir ein in die Grünen Menswear Kollektionen Autumn/Winter 2015/2016, die zum Großteil mitten in einem Grünen Tranformationsprozess stecken und umso spannender sind.

SEEK | Herbst/Winter 2015/2016 | Fasion Week Berlin | VEJA | Foto: Alf-Tobias Zahn

Auf fast 6.500 Quadratmetern zeigten 220 nationale und internationale Labels fast ausnahmslos Menswear. Dem Zeitgeist entsprechend, dem Trend voraus. Das trifft auf die französische Sneaker-Marke VEJA bereits seit Jahren zu. Beeindruckt haben mich vor allem drei Re- und Upcycling-Ideen, die es so im Modebereich noch nicht gab. Tilapia dürfte euch wie mir erst einmal nichts sagen. Der Buntbarsch ist der beliebteste und meist verzehrte Fisch in Brasilien und hat bis auf seine schimmernden Schuppen selbst kein modisches Selbstverständnis. VEJA nutzte die Gelegenheit, an die Haut des Tilapia zu gelangen und aus diesem Abfallprodukt ein eigenes Obermaterial herstellen zu lassen, welches geruchsneutral ist und pflanzlich gegerbt wird. Die Optik ist sicherlich einzigartig.Auch das zweite Highlight hat mit Wiederverwertung zu tun, ist aber eher dem Upcycling zuzuordnen: VEJA verwendet aus alten Armeebeständen noch gut erhaltene Stoffe von Jacken und Hosen und verarbeitet diese in der Produktion zu einem Camouflage-Obermaterial. Last but not least haben VEJA für einen Teil ihrer Kollektion aus recycelten Plastikflaschen ein wabenartiges Upper für unterschiedliche Modelle entwickelt, die kaum einen Unterschied zur konventionellen Konkurrenz von NIKE oder Adidas erkennen lassen. Nur mit dem signifikanten Alleinstellungsmerkmal, dass das Obermaterial aus 100 Prozent wiederverwertetem Plastik besteht – zu gleichen Verkaufspreisen bei deutlich höheren Produktionskosten. Eine gute Prise Idealismus gepaart mit Geschäftssinn zog nach diesem Gespräch mit Sèbastian durch die große Halle und ich fühlte mich erneut darin bestärkt, dass VEJA tatsächlich eine ernst zunehmende und vor allem modische Sneakerbrand ist, die sich vor keinem großen Player verstecken muss.

SEEK | Herbst/Winter 2015/2016 | Fasion Week Berlin | ECOALF | Foto: Alf-Tobias Zahn

Nur wenige Meter weiter vertiefte ich mich in das Gespräch mit Ecoalf-Gründer Javier Goyeneche. Das Label konzentriert sich auf die Produktion von Taschen und Jacken aus Plastikmüll. An der spanischen Küste etwa hat Ecoalf eine Kooperation mit knapp 400 Fischern geschlossen, die bei einem normalen Fang jeweils 3 Kilo Müll mit an Land bringen. 1,2 Tonnen Müll pro Tag! Natürlich ist das nicht ausschließlich Plastikmüll, doch Javier Goyeneche kann mit dem, was an unterschiedlichen Kunststoffen gesammelt wurde trotzdem gut arbeiten. So werden knapp 20 Tonnen Plastik pro Material dann zu Daunenjacken ohne Daunen, einem Trenchcoat aus zusätzlich wiederverwerteten Bestandteilen von Fischernetzen oder einer Funktionsjacke aus zusätzlich 44 Tassen Kaffee.

SEEK | Herbst/Winter 2015/2016 | Fasion Week Berlin | Uniforms for the Dedicated | Foto: Alf-Tobias Zahn

“Zeitgeist beyond trends” heißt die Losung der SEEK – und wenn dies auf ein Label zutrifft, dann auf Uniforms for the Dedicated. Einem Label, dessen Kollektion sehr im Trend des urbanen Hipsters liegt. Einem Label, dass auf dem Sprung ist, sich mehr und mehr der Nachhaltigkeit im Unternehmen und im Einkauf der Materialien verschreibt. Einem Label, dass interessante Ansätze verfolgt und noch nicht am Ende einer grünen Transformation ist. Mehr und mehr verwendet Uniforms for the Dedicated zertifizierte Materialien für ihre Jacken, Hemden und Hosen (ich selbst habe ein GOTS-zertifiziertes T-Shirt in meinem Schrank hängen). Gleichzeitig setzen sie vor allem auf die Wiederverwertung von Wolle und Wollabfällen. Plus, und das finde ich wirklich charmant, ermöglichen sie jedem Mann, den Anzug seiner Wahl lediglich zu leihen. Für besondere Anlässe oder das wichtige Bewerbungsgespräch. Eine Art Kurzzeitleasing für den Mann mit gehobenem Anspruch. Gerade bei den Anzügen gibt es noch großen Spielraum für Verbesserungen. Clever ist das Team dennoch, denn jeder Anzug wird in der Rag Bag zugestellt. Die Einkaufstasche wird zur Versandtasche, das neue Kleidungsstück (oder der geliehene Anzug) weicht einem alten Kleidungsstück aus dem eigenen Schrank, welches gespendet oder verschenkt werden soll. Das ist charmant, aber vor allem eine sinnvolle Wiederverwertung der zumeist wieder aus Plastik bestehenden Einkaufstaschen.

SEEK | Herbst/Winter 2015/2016 | Fasion Week Berlin | QWSTION | Foto: Alf-Tobias Zahn

Für Männer sind aber nicht nur Sneaker und Shirts interessant, sondern auch Taschen. Deswegen nahm ich Sebastian Kruit von QWSTION einmal zur Seite und sprach mit dem Mitbegründer des Schweizer Labels über die aktuellen Highlights. QWSTION arbeiten zum Teil mit wiederverwerteten Materialien und setzen bereits auf biologisch angebaute und zertifizierte Materialien, können dies auf Grund von finanziell unrentablen Margen allerdings nur für einen kleineren Produktkreis anbieten. Die Produktion der Taschen findet im Norden Chinas statt, an der Grenze zu Tadschikistan. QWSTION hat hier eine Gründergeführte Produktionsstätte gefunden, die nach der Business and Social Compliance Initiative (BSCI) zertifiziert ist und EU-Standards in den Bereichen “Arbeitsbedingungen” und “Umwelteinflüsse” in Nicht-EU-Ländern implementiert. Das Label versucht vor Ort auf erneuerbare Energiequellen zu setzen und ausschließlich natürlich gegerbtes Leder zu verwenden. Die Schweizer sehen sich dabei immer noch auf einem Weg, der noch nicht zu Ende ist und noch weitere Anstrengungen und Verbesserungen vorsieht. Im Mittelpunkt der Produkterweiterung für die Herbst/Winter 2015/2016 Saison stand die sinnvolle Weiterentwicklung der Produktpalette um Taschenklassiker wie eine Schminktasche, das Reisenecessaire oder kleinere Taschen als Innentaschen für die bereits bestehenden Weekender, Overnighter und Shopper.

SEEK | Herbst/Winter 2015/2016 | Fasion Week Berlin | ekn Footwear | Foto: Alf-Tobias Zahn

Zu guter Letzt gibt es noch zwei Highlights für alle mit sehr kleinen und ganz normal großen Füßen – wobei ich bei dem wunderbaren Noel und seinem Label ekn footwear beginnen möchte. Mit der neuen Designlinie von Daniel Bailey macht das Label einen sehr großen Schritt nach vorne. Der Look der verschiedenen Modelle hat sich über die vergangenen Seasons immer wieder verändert, allerdings nicht so radikal (im positiven Sinne) wie für den Herbst/Winter 2015/2016. Selbstverständlich werden die Schuhe weiterhin in Portugal handgefertigt und bestehen aus pflanzlich gegerbtem und chromfreien Rindsleder (gilt auch für das Futter). Verwendet werden nur chrom- und nickelfreie Metallteile und werden mit 2 Paar Schnürsenkeln und in Kartons aus recyceltem Papier geliefert. Die Rahmenbedingungen stimmten weiterhin. Doch beim Style haben Noel und Daniel eine große Schippe draufgelegt. Die Sneaker, Boots oder Deserts wirken noch mehr aus einem Guss, haben eine noch bessere Form und sind zudem an kleinen Stellen neu justiert worden. Dazu gibt es jetzt auch Gimmicks wie individuelle Stecker für die Enden der Schnürsenkel – feines Zeug für alle Schuhfetischisten. 

SEEK | Herbst/Winter 2015/2016 | Fasion Week Berlin | KAVAT | Foto: Alf-Tobias Zahn

Eine Trennwand entfernt, mit einem schönen großen Stand direkt am Anfang der Reihe zeigte das schwedische Label KAVAT, was aus dem anfänglichen Kinderschuhlabel alles geworden ist. Das Label verwendet für die in Schweden designten und umweltfreundlich produzierten Lederschuhe für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ausschließlich 3 Ledersorten, wobei in erster Linie das mit dem EU Eco-Label zertifizierte schwedische Premium Leder verwendet wird. Außerdem kommt Eco Performance Leather, chromfreies Vollleder, und Cross Country Leather, italienisches und holländisches Leder, zum Einsatz. Über allem steht aber die ausgezeichnete Verarbeitung und der hohe Tragekomfort. Natürlich hat das Label wieder seine Familienmodelle dabei – ein Modell, dass sowohl für Kleinkinder als auch Jugendliche und Erwachsene aufgelegt wurde und sich großer Beliebtheit erfreut. Schwerpunkt waren allerdings die Boots, Slipper und Halbschuhe aus der “1945”-Kollektion, die auf das Gründungsjahr von KAVAT zurückgehen und zeitlos schon geworden sind.

     
 Alf-Tobias Zahn   Alf-Tobias Zahn führt mit seiner Initiative Designmob Kinder und Jugendliche spielerisch an das Thema "öko-faire Mode" heran und schreibt als freier Modejournalist über "Grüne Mode" für Groß und Klein, unter anderem für das Berliner Blogazine Kalinka.Kalinka und seinen eigenen Blog www.grossvrtig.de.

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Foto: Armedangels

Die Premium Exhibition in der Station Berlin gehörte zweifellos auch zu den Profiteuren des Bread & Butter Ausfalls. Gut besucht war sie in den letzten Jahren immer. Nun ist sie erheblich gewachsen, da die Räume der umgezogenen Messe SEEK dazugenommen wurden. Kontinuierlich abgenommen hat über die vergangen Ausgaben der Messe hingegen die Zahl der grünen Aussteller. Der typische Premium-Einkäufer ist vielleicht doch allzu oft sehr preis-, trend- und markenorientiert und die Konkurrenz auf der Messe entsprechend groß.

Das Kölner Label Armedangels hat sich jedoch erfolgreich auf der Premium etabliert. Seit dem vergagenen Sommer mit großem Stand in bester Lage direkt am Eingang der Halle 3. Erneut ist die Kollektion gewachsen und immer erwachsener wird sie auch. Dafür sprechen viele Blusen und Hemden, feine Kleider aus Tencel- und Modalgeweben und ein starkes Fein- und Grobstrickangebot. Erstmals wird es im Winter 2015 auch ein Jeansprogramm geben, komplett GOTS-zertifiziert und komplett vegan. Ebenfalls zum ersten Mal finden sich Winterjacken in der Kollektion. Jeweils ein klassischer Parkaschnitt für Damen und für Herren in blau und in grün.

In der “Green-Area” der Halle 1 waren diesmal weniger grüne Labels versammelt. Die jedoch freuten sich über regen Zuspruch. Les Racines du Ciel fokussiert sich in Winterkollektionen stehts auf wunderbare Alpaca-Strickqualitäten. In der gezeigten Kollektion spielt das fränzösische Label mit verschiedenen Strickmustern und bietet viele Teile sowohl einfarbig, als auch aus 2 verschiedenen farbigen Garnen an. Erstmals gibt es auch eine Auswahl Schals und ein paar Teile in Merinofeinstrick.

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Foto: Amanda King (Agentur)

Wunderwerk ist sicherlich das grüne Durchstarter-Label des letzten Jahres gewesen. Auf der Premium präsentierten sich die Düsseldorfer mit größerem Stand und ebenso gewachsener Kollektion. Highlights sind die neuen Jacken mit wetterfesten EtaProof-Stoffen aus Bio-Baumwolle sowie die Egg-Shape-Mäntel aus Bio-Wolle. Neu sind auch Blazer in feinem Bio-Wollstoff mit Tencel-Futter und passender Hose für Sie und Ihn. Endlich moderner Businessschick in grün. Zudem eine super Nachricht für Veganerinnen: mehrere Material-Mix-Styles der vergangenen Saison sind nun mit extrafeinen Tencel-Geweben statt mit Seide umgesetzt.

Modische Bürotauglichkeit ist auch eine Stärke des italienischen Denim-Labels Haikure. Auch hier sind Anzüge für Sie und Ihn im Angebot. Stylemäßig das Beste, was ich bisher an Business-Schick im grünen Bereich gesehen habe. Allerdings auch in gehobernerer Preislage (Blazer im Handel > 300 Euro). Ansonsten macht Haikure vor allem Jeans und das in einer beeindruckenden Schnitt- und Waschungsvielfallt. Auch ausgefallenere Styles wie weite Männerhosen für die Frau sind dabei.

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Zum Abschluss noch 2 schöne Taschenlabels. Matt & Natt verfolge ich schon seit vielen Jahren. Das komplett veganze Label hat inzwischen für wirklich jeden Anlass die passende Tausche im Angebot. Die Formen sind wie die vieler Taschenlabels heute stehts minimalistisch und geradlinig und dennoch immer gut zu erkennen. Doch bei aller Beigeisterung für die Form, war ich etwas entgeistert, als ich erfuhr, dass das Kunstleder-Obermaterial des Großteils der Taschen bisher PVC ist. Recycelt ist immer nur das Futter. Einige neuere Modelle sind mit polyurethanbasiertem Kunstleder gefertigt. Auch sozial ist erst ein kleinerer Teil der Produktion zertifiziert.

Nicht vegan, sondern aus echtem Leder, aber dafür frei von Weichmachern und anderer giftiger Chemie sind die ebenfall sehr formschönen Taschen von O My Bag. Auch hier bestimmen geradlinige Schnitte das Bild. Vom Shopper und Backpack bis Businesstasche und Clutch gibt es eine breite Palette an hochwertigen Begleitern. Die Leder sind allesamt vegetabil gegerbt. Produziert wird in kleinen Betrieben in West Bengal (Indien) und zwar komplett, vom Rohleder und der pflanzlichen Gerbung bis zur Konfektion.

Ich bin gespannt, wie sich das grüne Thema auf der Premium weiterentwickelt. Die Premium war die erste Messe in Berlin mit einer “Green Area”. In der Anzahl der grünen Aussteller bietet die Schwestermesse SEEK inzwischen deutlich mehr.

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die Gruene Wiese in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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Toller neuer Ort, jede Menge neue Aussteller und viele neue Besucher. Der Umzug der Ethical Fashion Show (EFS) und des Green Showroom, die zum ersten Mal zusammen unter einem Dach stattfanden, war der richtige Schritt. Die Hallen des Postbahnhofs direkt am Ostbahnhof sind bestens zu erreichen und boten genug Platz, um trotz der vielen neuen Aussteller noch eine gewisse Luftigkeit zu ermöglichen. Insgesamt 163 internationale Aussteller (plus 30 Prozent) aus 23 Ländern zeigten ihre Kollektionen für den Winter 2015.

Die gute Verkehrsanbindung und der Quasi-Wegfall der Bread&Butter dürften wohl die Hauptgründe sein, weshalb diesmal deutlich mehr Einkäufer konventioneller Boutiquen, größerer Modehäuser und sogar auch Kaufhäuser die grünen Messen besuchten. Wie mir Aussteller und auch einige Einkäufer selbst berichteten, haben Messe und gezeigte Kollektionen das neue Publikum überzeugt. Ein weiterer Beleg dafür, dass Ecofashion der Nische entwächst.

Eröffnet wurde die Messe unter anderem von Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Der Minister schafft es das Scheitern seines Textilbündnisses konsequent zu ignorieren. Ich unterstelle ihm dabei beste Absichten, jedoch kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sowohl an Fachwissen, als auch an kritischer Distanz zu den Textilriesen mangelt. In jedem Fall hat der Auftritt des Ministers den Messen aber gesteigerte Aufmerksamkeit der Mainstream-Medien beschert und das ist super.

Und was gabs zu sehen? L’herbe Rouge überzeugt erneut mit urbaner bleed_backpackzeitgeistige Strickware aus Bio-Wolle, Recyclinggarnen und sehr edel auch aus Tencel. Bleed hat neue vegane Winterjacken im Angebot und einen Canvas-Rucksack im Retrolook, bei dem die typischen Lederpanele durch Kork ersetzt sind. Recolution hat die Palette an Lieblingshoodies und -Zippern deutlich erweitert und setzt dabei sehr schöne neue Struktursweatstoffe ein. Die Stoffe haben eine an Strick erinnernde Oberfläche und geben der Kollektion einen fashionorientierteren Look. Am besten gefallen hat mir jedoch ein neuer Edel-Zip-Hoody für Damen in klassischem schwarz, jedoch mit goldenem Reißverschluss und weiteren Golddetails, sowie einer sehr schönen Schnittführung.

Debutanten auf der EFS waren unter andere Phil & Lui. Das Paar aus München zeigte eine kleine aber feine Kollektion mit lässigen Sweatern, aufwendig siebbedruckten Chambray-Stoffen und Jeans in stärkerem aber dabei sehr authentischem Used-Look. Tolle Haptiken und ein sehr professionelles Fotoshooting gleich bei der ersten Kollektion.

Im Green Showroom habe ich mir unter anderem die Business und Abendgarderobe des neuen Labels Sveekery angesehen. Moderne Businessmode ist bisher eine echte Marktlücke im grünen Bereich. Schön das sich Designerin Svetlana Sekerin dieses Themas angenommen hat. Die Hosenanzüge der Kollektion bestechen durch klare Schnitte, gute Passform und hochwertige Verarbeitung. Blusen gibt es mit und ohne Kragen aus Peace-Silk oder Bio-Baumwolle. Abgerundet wird die erste Kollektion mit eleganten Kleidern, sodass Businessfrauen für jeden Anlass etwas passendes finden können.

Foto: Sveekery

Avantgardistisch und sehr futuristisch kommt die Abschlusskollektion “Future-Proof” von Ina Budde daher, die den Master Sustainability in Fashion an der Esmod Berlin absolviert hat. Für das Techwear-Brand Acronym hat die Designerin ein Extend Closed Loop Konzept entwickelt. Ziel ist eine geschlossener Kreislauf für technische urbane Mode.

Mehr zu Future-Proof finde ihr auf der Website der Designerin. Zudem wird Ina ihre Arbeit ab März im Rahmen einer Ausstellung zu Fast Fashion in Hamburg vorstellen, die ich hiermit schonmal unbedingt empfehlen möchte.

Kurz vor Schluss habe ich mir noch von Anne-Christin Bansleben die neusten Kreationen ihres Labels deepmello vorstellen lassen. Die Gründerin und passionierte Wissenschaftlerin hat eine vegetabile Ledergerbung auf Basis von heimischen Rhabarbarpflanzen entwickelt. Die Leder von deepmello sind so wunderbar weich, dass sie sich auch gut mit anderen Materialien kombinieren lassen. So finden sich in der neuen Kollektion Shirts und Oberteile aus Leinenjersey und Satin mit kontrastierenden Lederpanelen. Bei der Salonshow zeigte deepmello eine Blazer-Jacke in Kombination mit asymetrischem Rock (Foto unten). Die Schuhe stammten von Nine To Five, die ebenfalls deepmello-Leder verwenden.

Foto: deepmello

     
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Neue Location für Ethical Fashion Show und Green Showroom. Beide Messen ziehen zusammen in den Postbahnhof. Foto: Peter Ulrich (Creative Commons License)

Es wird die FashionWeek der ganz großen Veränderungen. Nach langen Gerüchten über eine deutliche Schrumpfung verkündete Karl-Heinz Müller im Dezember schließlich das Ende der Bread&Butter, der größten und bekanntesten Modemesse Berlins, wenn nicht Europas. Es ist ein mittleres Erdbeben für die Modebranche. Daran ändert auch nichts, dass es nun doch eine Mini-Bread&Butter geben soll, in den Räumen des von Müller betriebenen Blue Yard zudem auch der nudie Jeans Store gehört sowie den ebenfalls in dem Hinterhof liegenden Büros der insolventen Messe. Weiter lesen »

     
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F-ABRIC im Freitag-Store Berlin

Freitag macht jetzt Mode. Aus LKW-Planen? Nein, natürlich nicht!

Nach über 20! Jahren  abeitet das wohl erfolgreichste Upcycling-Taschen-Brand der Welt zum ersten Mal mit anderen Stoffen. Die Pioniere des Direktrecyclings haben 3 eigene Materialien entwickelt. Komplett aus nachhaltigen Fasern, komplett in Europa hergestellt und in einem Mix, der kompostierbar ist. Die erste Kollektion gibt es bereits in den Freitag-Stores und auch bei ausgewählten Händlern zu sehen.

Eigentlich hatten die Freitag-Macher_innen nur nach Arbeitskleidung für die eigenen Mitarbeiter_innen gesucht. Doch sie suchten etwas, was sie nirgends fanden: “Einen robusten, konsequent nachhaltig produzierten und kompostierbaren Stoff, made in Europe.” So entstand die Idee, selbst ein Material zu entwickeln, bzw. wurden es dann gleich 3. Unter dem Label F-ABRIC gibt es einen festeren aber im Griff weichen Broken Twill für Hosen (81 % Leinen, 19 % Hanf), einen lockerleichten Jersey (75 % Modal, 15 % Leinen, 10 % Hanf) und einen Herringbone-Futterstoff für die Hosentaschen (51 % Modal, 49 % Leinen).

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F-ABRIC-Showcase mit ankompostierten F-ABRICs

Neben den Stoffen sind auch alle Nähgarne und Nahtbänder aus kompostierbaren Fasern, sodass alle Teile der Kollektion ohne Abstriche in einen natürlichen Kreislauf überführt werden können, wenn sie einmal aufgetragen sind. Das dürfte in der Regel einige Jahre dauern, denn die Materialien und die Verarbeitung machen einen sehr robusten Eindruck, wie man das ja auch von Freitag gewohnt ist.

Alle Produktionsschritte finden maximal 2500 Kilometer von der Freitag-Homebase in der Schweiz statt. Es ist somit in textilindustrieellen Maßstäben eine relativ lokale Produktionskette. Die beiden Webstoffe werden in Italien gefertigt, der Jersey wird in Portugal gestrickt. Die Pflanzen für die Fasern – Hanf , Flachs für Leinen, Buchenholz für Modal – wachsen ebenfalls allesamt in Europa und werden auch in Europa versponnen.

Modisch besteht die Kollektion aus soliden Basics mit dem gewissen Etwas. Ein Männer und ein Frauen-T-Shirt mit Brusttasche, ein Männer und ein Frauen-Henley (Longsleeve mit Knopfleiste), eine Workerpant, ein Workdress und ein Beutelrucksack mit Tragesystem aus Planenmaterial. Die Planenteile sind abnehmbar und somit ist auch der Rucksack kompostierbar. Neben pastelligen Farbtönen gibt es klassisches schwarz und dunkelblau. Minimalismus in Perfektion.

Wer in einer Stadt mit Freitag-Store unterwegs ist, sollte sich das Ganze mal anschauen. Die Präsentation ist sehr gelungen. Auch “ankompostierte” Materialproben (siehe Display oben) werden gezeigt. Es ist vor allem auch die Haptik, die diese Kollektion so besonders macht. Und dann gibts da noch einen Productclip ähnlich dem Folgenden mit einer interessanten Zauberbrille zu sehen. Mehr Infos zu F-ABRIC findet ihr hier. Eine Übersicht aller derzeitigen Händler gibt es ebenfalls.

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die Gruene Wiese in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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Crowdfunding | Beispiele aus der Grünen Mode | Startnext, Kickstarter & onecrowdplanet | GRÜNE MODE

Wenn es in diesem Jahr einen Trend gab, dann hieß dieser “Crowdfunding”. Alles wurde durch die Crowd finanziert, vom ersten Supermarkt ohne Einwegverpackungen (Original Unverpackt) über investigativen und reportageartigen Journalismus (Krautreporter) bis zu einer neuen Job-Splitting-Plattform (Tandemploy). Dieser Trend machte auch nicht vor der Grünen Mode Halt – glücklicherweise. Weiter lesen »

     
 Alf-Tobias Zahn   Alf-Tobias Zahn führt mit seiner Initiative Designmob Kinder und Jugendliche spielerisch an das Thema "öko-faire Mode" heran und schreibt als freier Modejournalist über "Grüne Mode" für Groß und Klein, unter anderem für das Berliner Blogazine Kalinka.Kalinka und seinen eigenen Blog www.grossvrtig.de.

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Trotz Nieselregen und Graupelschauer sind viele von ihnen in Berlin täglich unterwegs: die Fahrradfahrer. Unermüdlich, trotz schlechter Witterungsbedingungen. Sowohl für diese Radfahrer als auch für alle, die lieber den Drahtesel nehmen als den Öffentlichen Nahverkehr oder das Auto gibt es die neue Kollektion von AHRBERG - einem kleinen feinen Fahrradsportlabel aus Hamburg. Aus der Taufe gehoben wurde dies vom Namensgeber Mathias Ahrberg, den ich zum Interview bieten durfte.

Ahrberg | Interview | Fahrradmode | EcoFashion | Foto: René Zieger | GRÜNE MODE

Alf / Mathias, du hast bis 2012 mit Wiebke zusammen fairliebt gemacht. Auf der Abschiedsfeier in Hamburg wusstest du aber noch nicht, dass es für dich mit AHRBERG weitergehen sollte. Wie kamst du auf die Idee, Fahrradbekleidung zu machen? Weiter lesen »

     
 Alf-Tobias Zahn   Alf-Tobias Zahn führt mit seiner Initiative Designmob Kinder und Jugendliche spielerisch an das Thema "öko-faire Mode" heran und schreibt als freier Modejournalist über "Grüne Mode" für Groß und Klein, unter anderem für das Berliner Blogazine Kalinka.Kalinka und seinen eigenen Blog www.grossvrtig.de.

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Wie sind energetische Gebäudesanierungen besser zu fördern? Kann es eine Steuererleichterung für klimafreundliche vegane Produkte geben? Wann kommt endlich ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen?

Bei der Kickoff-Veranstaltung zur neuen Kampagne Zusammen ist es Klimaschutz des Bundesumweltministeriums stellte sich Ministerin Barbara Hendricks den Fragen der einbezogenen Blogger_innen. In den wunderbaren Räumen der Berliner Hörsaalruine kamen engagierte Netzjournalist_innen aus verschiedensten nachhaltigkeitsbezogenen Themenbereichen zusammen. Unter anderem Florian Semle für Utopia, Christoph Harrach von Karma Konsum, Christoph Schott von Avaaz, Martin Randelhoff von Zukunft Mobilität und Marco Eisenack für Klimaretter. Weiter lesen »

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die Gruene Wiese in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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