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Der Wandel der Berliner Messelandschaft schreitet voran. Vermutlich zum letzten Mal ist die Bread&Butter als Händler-Messe dabei. Deutlich geschrumpft und mit einem neuen Eigentümer, der den Einzelhändlern so gar nicht schmecken dürfte. Es ist ihr vielleicht größter Gegner und für viele gar der eigene Totengräber: Zalando.
In den letzten Jahren sind jedoch viele neue Messen entstanden und gewachsen, sodass es weiterhin eine echte Herausforderung bleibt, einen Überblick über die grünen Angebote zu bewahren. Wir haben es wieder versucht, aber sicher auch einiges übersehen. Daher freuen wir uns auch dieses Mal über Ergänzungen per Kommentar!

Wie immer können wir keine Gewähr übernehmen, dass alle gelisteten Marken auch wirklich so grün sind, wie oder die Messen es versprechen. Also bitte immer nochmal nachfragen nach sozialen und ökologischen Standards, Zertifizierungen und anderen Multistakeholder-Initiativen.

Allen Berlinreisenden eine gute Zeit im neu durchmischten Messedschungel. Wir sehen uns auf der Innatex Lounge und sicher auch auf den Messen. Bis Berlin!

 

TRADESHOWS

ETHICAL FASHION SHOW
959 | Alma & Lovis | Aluc | Antonio Verde | Armedangels | Asquith | Bis es mir vom Leibe fällt | Bleed | Brainshirt | Braintree | Cado | Colorio Organics | Daily’s | De Colores | Dialog Textil-Bekleidung | El Naturalista | Elementum by Daniela Pais | Fair Wear Foundation | Format | Frajorden | Freshtex | G&A – Organic Underwear | Globe Hope | Goodsociety | GOTS | Grand Step Shoes / Airbox | Greenbomb | Harold´s | Hempage | Hirsch Natur | Hofius | Inheels | Jalfe | Jentil | Jersey Company | John W. Shoes | Knopf Budke | Kokon Zwo | Komana | Komodo | L´Herbe Rouge | Lana | Lanius | Lavgon | Lebenskleidung | Lovjoi | Madness | Maeko | Marcia de Carvalho | Mariedal Design | Miss Green | Mud Jeans | Muka Va | Myomy | Naturtextil Best und GOTS | Nicoletta Fasani | Nix | Nomadic Me | Nubijin | Organication | Päälä | Par.Co Denim | People Tree | Phil & Lui | Pink Lotus Moden | PLA Shoes | Pure | RCM Clothing | Re Verdir | Recolution | reWrap | Room to Roam | Saint Basics | Schweikardt Moden | Shirts for Life | Simple Animal | Slowers | Studio Jux | Tauko | The Hemp Line | ThokkThokk | Transfair | Triple Tree | Ultrashoes | Uprise | Wonderlands | Woody | Zurita


GREEN SHOWROOM

Amalena | Amallgamm | AmazonaSecrets | Adiane Cojean | Carpasus | Clara Waldburg | Coccon | Cus | Deepmello | Elisa F | Esmod Berlin – International University of Art for Fashion | Farrah Floyd | Flavia Aranha | Gotsutsumu | Inti Ferreira | Jan `N June | Johanna Riplinger Linda Mai Phung | Lozena | M of Copenhagen | Nine To Five | Pure Green Apparel | Real Time Collection | Rudolf | SilkboxSkrabak | Studio Elsien GringhuisStudio MyrTu & TuTytti Thusberg | Walkboxx | Werner Schuhe | Xess + Baba | Zora Heinicke

 

PREMIUM EXHIBITIONS
Aimee | Armedangels | Beaument Organic | Laidbacklondon | Les Racines du Ciel | Matt & Nat | Noble Project | O My Bag | Wellicious | Wunderwerk


SEEK
A Question Of  | Ecoalf | ekn Footwear | Kancha | Kavat | K.O.I Kings of Indigo | Nudie Jeans | Pinqponq | Re;Code | Uniforms for the Dedicated | Veja


BREAD&BUTTER
KnowledgeCottonApparel


PANORAMA BERLIN

Natural World | Think!


SHOW&ORDER

Edelziege | FTC Cashmere | Kuyichi

 

SEMINARS AND PANEL DISCUSSIONS


WEDNESDAY 08.07.2015
ETHICAL FASHION SHOW
und GREEN SHOWROOM
10:00 Uhr: Eröffnung durch Christian Adelsberger, Einkaufsleiter von Kastner & Öhler und Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt

Im Anschluss, ca. 10:30 Uhr: Presserundgang

11:30 Uhr: Trendvortrag: Authentic Luxury | A  Decade of Transformation. Stefan Siegel, Gründer von Not Just A Label (auf Englisch)

13:00 Uhr: WellMade Seminar zur Unterstützung besserer Arbeitsbedingungen auf dem Gebiet nachhaltiger Zulieferketten, Fair Wear Foundation (auf Englisch)

14:30 Uhr: Vortrag: Wearable Technology. Thomas Gnahm, Gründer von Wear it Festival (auf Deutsch)

16:00 Uhr: Vortrag: Ökologische, soziale und qualitative Aspekte beim Einsatz von synthetischen und natürlichen Fasern.
 Claudia Kersten, GOTS Marketing Direktorin und Repräsentantin Deutschland, Österreich, Schweiz und Heike Scheuer, IVN Geschäftsstellenleitung (auf Deutsch)

17:00 Uhr: Presserundgang


THURSDAY 09.07.2015
ETHICAL FASHION SHOW und GREEN SHOWROOM
14:30 Uhr: Presserundgang

16:00 Uhr: Salonshow mit Outfits von Audiana Cojean, Austriandesign.at, Amallgamm, Carpasus, Cocccon, Cus, Deepmello, Elisa F., Esmod, Flavia Aranha, Inti Ferreira, Johanna Riplinger, Lanius, Linda Mai Phung, Lozena, Pure Green Apparel, Rudolf, Skrabak, Studio Elsien Gringhuis, Tu & Tu, Tytti Thusberg, WalkBoxx/SilkBoxx, Xess+Baba und Zora Heinicke. Nur auf Einladung!

18:00 Uhr: Ethical Fashion on stage mit Outfits von Alma & Lovis, Daily’s, Elementum by Daniela Pais, Guate Va Vest, HempAge, Jersey Company, Lovjoi, Marion Kracht for Lana – vegan & organic, Mud Jeans, Myomy Do Goods, Pälää, ReWrap, Studio Jux, Tauko, Tuschimo und Wonderlands. Nur auf Einladung!

 

LAVERA SHOWFLOOR
18.00 – 19.00 Uhr: Diskussionsforum “Nachhaltigkeitskonzepte in der Kosmetikbranche – Nachfrage, Trends und Visionen” mit Klara Ahlers (Geschäftsführerin Laverana GmbH & Co. KG), Francesca Morgante (NATRUE), Dr. Kölle (fjol – Agentur für nachhaltige Unternehmensführung) sowie Dr. Manon Haccius (Alnatura)

 

FRIDAY 10.07.2015
ETHICAL FASHION SHOW und GREEN SHOWROOM
11:00 Uhr:
Create Green Breakfast in Kooperation mit Create Berlin. Podiumsdiskussion zum Thema „Vegane Mode“. Mit Marion Kracht (Marion Kracht for Lana), Julia Akra-Laurien (Noveaux Magazin), Holger Brodkorb (Ragwear) und Hendrik Haase (Foodaktivist und Blogger), Moderation: Stefanie Hütz (Journalistin) (auf Deutsch)

13:00 Uhr: Vortrag: Fairtrade Textilstandard – Fairtrade Baumwolle. Caroline Zamor, Key Account Manager und Leslie Michel, Projektmanager

14:30 Uhr: WellMade Seminar. Unterstützung besserer Arbeitsbedingungen auf dem Gebiet nachhaltiger Zulieferketten, Fair Wear Foundation (auf Deutsch).

 

 

FASHION SHOWS

THURSDAY 09.07.2015
GREEN SHOWROOM
16:00 Uhr:
Salonshow mit Outfits von Audiana Cojean, Austriandesign.at, Amallgamm, Carpasus, Cocccon, Cus, Deepmello, Elisa F., Esmod, Flavia Aranha, Inti Ferreira, Johanna Riplinger, Lanius, Linda Mai Phung, Lozena, Pure Green Apparel, Rudolf, Skrabak, Studio Elsien Gringhuis, Tu & Tu, Tytti Thusberg, WalkBoxx/SilkBoxx, Xess+Baba und Zora Heinicke. Nur auf Einladung!

ETHICAL FASHION SHOW
18:00 Uhr: Ethical Fashion on stage mit Outfits von Alma & Lovis, Daily’s, Elementum by Daniela Pais, Guate Va Vest, HempAge, Jersey Company, Lovjoi, Marion Kracht for Lana – vegan & organic, Mud Jeans, Myomy Do Goods, Pälää, ReWrap, Studio Jux, Tauko, Tuschimo und Wonderlands. Nur auf Einladung!

LAVERA SHOWFLOOR
15.00 Uhr: MICHAEL SONTAG
17.00 Uhr: TAMMAM
19.30 Uhr: DJ-Set Noah Becker
20.30 Uhr: LUXAA und Vergabe “lavera Green Fashion Award”

 

PARTIES AND SCREENINGS

WEDNESDAY 08.07.2015
19:00: Innatex Lounge (Nur auf Einladung)

 

 

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die gruene wiese in Münster - einen der größten grünen Concept-Stores in Deutschland mit angebundenem Onlineshop. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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Eco Fashion ist im Mainstream angekommen: Labels wie Armedangels oder Peopletree hängen längst in konventionellen Läden. Was aber fehlt, ist funktionale Sportmode. Von Labels, die Yogamode vertreiben, mal abgesehen, gibt es leider noch immer keine echte grüne Sportmode. Der Laufmodenhersteller Andre Kossmann versucht, das zu ändern. Im Interview verrät er, was seine (übrigens vegane) Kleidung von anderen unterscheidet und warum es für die kleinen Hersteller eine Herausforderung ist, nachhaltig zu produzieren.

Wie kamen Sie dazu, Laufbekleidung herzustellen? Laufen Sie auch selbst?

Kossmann: Ich bin in der glücklichen Lage, Hobby und Beruf verbinden zu können. Ich habe früher Laufen als Leistungssport betrieben, bin alles von 5000 Meter bis Marathon gelaufen und auch relativ schnell. Schließlich steht meine Marathonbestzeit auch im Kragen jeder meiner Produkte. Nach dem Studium habe ich zusammen mit einem Freund einen Laufladen in Stuttgart gegründet, später dann den Vertrieb für eine kalifornische Lauftextilmarke übernommen, dann als Mitgründer bei RONO gelandet und danach als Geschäftsführer zur Laufschuhmarke Saucony gewechselt. Vor fünf Jahren hatte ich keine Lust mehr auf „Billig produzieren – teuer verkaufen“ und dachte, das muss auch anders gehen. So bin ich zur eigenen Firma gekommen und entwickle und produziere heute Lauftextilien in Deutschland, immer auf der Suche nach noch besseren Stoffen und einer top Verarbeitung.

Was ist das Besondere an Ihren Stoffen und Materialien?

Kossmann: Alle Stoffe, Materialien und Zutaten – wie z.B. die Reißverschlüsse – kommen aus Deutschland, Italien und Österreich. Das garantiert erstklassige Qualität und bietet kurze Lieferwege, etwa im Vergleich zu einer Produktion in Asien. Alle Artikel werden in Deutschland, im Großraum Chemnitz, hergestellt.

Außerdem können die Stoffe natürlich auch was: Die Winterstoffe funktionieren wie ein Löschblatt und halten so den Körper trocken; die Sommerstoffe hingegen sind weich und fließend und bieten einen hohen Lichtschutzfaktor.

Wie kamen Sie darauf, die Sachen fair zu produzieren, was ist Ihr Anreiz?

Kossmann: Billigproduktionen in Asien habe ich genug gesehen. Ich wollte es eben anders und besser machen.

Wie ökologisch sind die Materialien, die Sie verwenden? Sind diese mit Siegeln ausgezeichnet?

Kossmann: Viele Siegel gelten für natürliche Stoffe wie z.B. Baumwolle. Unsere Funktionsstoffe sind aber alle aus Kunstfasern. Da gelten Zertifikate wie ÖKOTEX 100 (Textiles Vertrauen). Alle Stoffe und Materialien sind danach zertifiziert. Ein anderes Problem ist, das Zertifizierungen oft sehr teuer sind. Davon leben die Testinstitute. Ein kleines Unternehmen wie wir kann das nicht bezahlen. Alternativ gehen wir dafür mit Produktinfos sehr offen um. Wir verraten, wo wir nähen und welche Hersteller wir verwenden. Zum Besuch in der Produktion haben wir auch schon etliche Menschen mitgenommen, um zu zeigen, wie eine Textilproduktion in Deutschland aussieht.

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Warum, glauben Sie, gibt es im Bereich der Sportkleidung so wenig nachhaltige Kleidung?

Kossmann: Es gibt sicher zwei Gründe: Für die Industrieseite gilt, das man mit einer Produktion in Deutschland oder Westeuropa nicht viel Geld verdienen kann, weil Näharbeit und Stoffe hier sehr teuer sind. Unsere Produkte sind nur deshalb „nur“ 10-20 Prozent teurer als andere Markenhersteller, die in Asien nähen lassen, weil wir mit wenig „Overhead“ und weniger Marge arbeiten.

Für die Käufer, also die Endverbraucherseite gilt: Bei Umfragen sagen regelmässig 60 Prozent der Menschen, das sie nachhaltige Produkte kaufen würden. Tatsächlich tun dies aber maximal 5-6 Prozent. Auch wir bekommen häufig zu hören: „Deine Produkte sind toll, aber mir zu teuer“. Damit wird der Markt für uns „Exoten“ doch sehr klein und dies erklärt, warum es so wenig Anbieter gibt.

Haben Sie einen weitergehenden nachhaltigen Ansatz? Benutzen Sie Ökostrom oder verwenden Sie recycelte Verpackungen?

Kossmann: Wir verfolgen dies nicht explizit, aber wir setzen unseren Menschenverstand ein. Unser Büro arbeitet mit Ökostrom, wir versenden Lieferschein und Rechnungen mit der Ware, um zusätzliche Fracht und Papier zu sparen. Wenn wir Recyclinggarne bekommen können, setzen wir sie ein. Und selbstverständlichen reparieren wir Textilien für unsere Händler und Endkunden, bevor sie einfach umgetauscht und weggeworfen werfen. Bei Asienproduktionen ist dies unrentabel, denn ein Jacke Made in China ist zum Beispiel viel billiger als die Reparatur eines Reißverschlusses in Deutschland.

Ihr Design ist weit weg vom Klischee “Rosa und pink für Frauen, Neon und schwarz für Männer”. Ist das Zufall oder gewollt?

Kossmann: Danke! Neon mag ich nicht und Pink hatte ich schon. Im Ernst, die Farbauswahl, die zweimal im Jahr ansteht, ist der schwierigste Teil der Kollektionsentwicklung. Bis die Farben feststehen, brauche ich immer  Wochen. Da fließt dann ein, welche Farben wir schon hatten, welche Farben die Mitbewerber haben, welche Farben es im Outdoor/Bikebereich gab und gibt – aber auch welche Farben gerade in der Mode oder im Fitnessbereich zu sehen sind.

Die grundsätzliche Ausrichtung unserer Farbgestaltung lautet: Frauenfarben etwas femininer, Männer dagegen klar und sportlich. Und am Ende müssen mir die Farben natürlich selbst auch gut gefallen. Was ich selbst nie anziehen würde, nehme ich auch nicht in die Kollektion auf. Das gilt für Farben wie für Produkte gleichermaßen.

     
 Sara Westerhaus   Sara Westerhaus ist Onlineredakteurin und freie Autorin für verschiedene Magazine und Blogs. Schon seit 2007 bloggt sie zudem in ihrem eigenen Blog In Bewegung über Nachhaltigkeit, Vegetarismus und Laufsport.

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12 Mai, 2015

Vegane Korkkampagnen

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Schon seit ein paar Jahren entwickeln verschiedene Labels Produkte aus Kork, bei denen sie Leder mit dem Rindenmaterial ersetzen. Kork ist ein spannender veganer Lederersatz, denn wie Leder entwickelt es durch die Nutzung eine schöne Patina. Während bei glatten Kunstledern mit der Zeit meist die Farbschicht Macken und Kratzer bekommt und auch Velours-Kunstleder schwer über längere Zeiträume schön zu halten ist, wird Kork mit dem Alter immer schöner.
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Nach Gürteln und Portemonnaies in unbehandeltem Kork-braun hat Bleed Clothing nun eine Kollektion mit schwarz gefärbtem Kork entwickelt. Im Mittelpunkt der Montado Black Edition stehen schwarze “Leder”-Jacken. Für die Mädels im Biker-Style und für die Jungs etwas weiter und lässiger. Wie auch die Accessoires bestehen die Jacken nicht zu 100 % aus Kork, sondern der Kork wird dünn geschnitten auf ein Trägermaterial auflaminiert. Bei den Accessoires ist das Altpapier, bei den Jacken Bio-Baumwolle. So verarbeitet ist Kork sehr flexibel, sehr stabil und dazu auch atmungsaktiv. Selbst jahrelang in der Gesäßtasche getragene Portemonnaies nutzen kaum ab, entwicklen jedoch besonders viel schöne Patina.

Der Kork von Bleed stammt aus der Montado Region in Portugal, nach der die Kollektion auch benannt ist. Die Bauern in der Region pflegen die Korkbiotope, die hunderten von einzigartigen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause bieten.

Um die neue Produktlinie zu Finanzieren hat Bleed eine Crowfundingkampagne auf Startnext gestartet. Unterstützer_innen können neben den Jacken auch Gürtel und Portemonnaies aus schwarzem Kork erwerben.

 

Ebenfalls auf Kork als Lederersatz setzt das Taschenlabel Ono Creations. Als Träger- und Futtermaterial verwendet Ono Tencel. Die Taschen und Accessoires von Ono haben klare moderne Formen und sind leicht und alltagstauglich. Im Crowdfunding-Video unten zeigt Ono zudem, dass Kork auf natürliche Weise wasserabweisend ist und sich sogar Rotwein ganz einfach wegwischen lässt.

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Die Taschen werden in kleinen Werkstätten auf Bali (Indonesien) gefertigt. Die Mitarbeiter_innen können ihre Arbeitszeiten frei wählen und so ihre Tätigkeit besser mit der Familienarbeit vereinbaren. Die Nähmaschinen werden an die Mitarbeiter_innen verliehen. So können sie von zuhaue arbeiten und dürfen die Maschinen auch für eigene Projekte nutzen.

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Alle Produkte bestehen bis auf den wasserbasierten Kleber für das Laminieren des Korks vollständig aus Natur- und naturbasierten Stoffen. Neben Kork und Tencel kommen Knöpfe aus Altholz und als Nähgarn pflanzlich gefärbte Bio-Baumwolle zum Einsatz. Dann sind die Taschen und Accessoires komplett kompostierbar bei einer zugleich sehr innovativen Materialkombination.

Auch für Ono Bags läuft gerade ein Crowdfunding, diesmal bei Indigogo. Es sind allerdings nur noch wenige Tage, also schaut euch das Ganze schnell mal an. Live sind die Taschen auch schon im Ethical Fashion Store Kiss The Inuit in Köln und Bonn zu bewundern und zu erwerben.

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die gruene wiese in Münster - einen der größten grünen Concept-Stores in Deutschland mit angebundenem Onlineshop. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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Seit dem 20. März läuft die Ausstellung Fast Fashion: Die Schattenseite der Mode im Museum für Kunst und Gewerbe .

Vorweg: Man fühlt sich schlecht nach dem Besuch der Ausstellung. Nicht nur, weil man mit den Folger der globalen Textilindustrie konfrontiert wird – sondern vor allem, weil einem bewusst wird, dass man selbst ein Teil davon ist und (Mit-)Verantwortung dafür trägt, wie sehr Menschen unter unwürdigen Arbeitsbedingungen unsere Kleidung herstellen und wie sehr die Natur für billige Massenware zerstört wird. Aber – und deswegen sollte man unbedingt hingehen: Gerade dieses Bewusstsein schafft den Drang, den Kreislauf aus kaufen – kurz tragen – wegwerfen – neu kaufen zu durchbrechen.

 

Ausstellungsansicht

Foto: Annika Lampe/Friederike Palm

Fast Fashion ist die erste Ausstellung, die sich kritisch mit dem System der Bekleidungsindustrie und den sozioökonomischen und ökologischen Folgen auseinandersetzt. Der Begriff Fast Fashion steht für massenproduzierte Modewaren, die weltweit zu Niedrigpreisen verkauft werden. Zara, H&M, Primark, Mango oder Vero Moda sind nur einige bekannte Beispiele für Modefirmen, die diesen neuen Typus des schnellen Modekonsumenten hervorgebracht haben.

Bedrohte Arbeiter in Bangladesh, 2008,  © Taslima Akhter

Bedrohte Arbeiter in Bangladesh, 2008,
© Taslima Akhter

Fast Fashion bedeutet vor allem Beschleunigung. Zwischen Entwurf und Auslieferung des Produkts liegen oft gerade mal zwei Wochen. Das steigert den Kaufanreiz doppelt: Wer nicht weiß, ob das Shirt auch morgen noch im Laden hängt, nimmt es eben heute mit. Und schaut in ein paar Tagen wieder vorbei, um zu sehen, was es Neues gibt. Die Fast Fashion ist auf diesem Wege zu einem ökonomischen Erfolgsmodell geworden. Doch das geht zu Lasten der ökologischen und sozialen Systeme. Die Fast Fashion-Industrie besitzt eine denkbar schlechte Umweltbilanz und gehört zu den Branchen mit teilweise katastrophalen Arbeitsbedingungen und Löhnen weit unterhalb des Existenzminimums.

Wer sind die eigentlichen Fashion Victims?

Was bedeutet es für Menschen am unteren Ende der Produktionskette und für die Umwelt, dass wir viermal so viele Klamotten besitzen wie 1980? Dass wir viele Kleidungsstücke im Durchschnitt nur 1,7mal tragen und bis zu 20 Kleidungsstücke völlig ungetragen im Schrank hängen haben? Für 1 Kilogramm Textilien werden bis zu 1 Kilogramm Chemikalien und 300 Liter Trinkwasser benötigt. Die Herstellung von Bekleidung geht also mit einem enormen Ressourcenverbrauch einher. Beim Baumwollanbau kommen Pestizide zum Einsatz. Im Produktions- und Verarbeitungsprozess werden noch einmal etwa 7.000 unterschiedliche Chemikalien eingesetzt.

Foto: © Susanne A. Friedel

Foto: © Susanne A. Friedel

Das alles ist nicht nur eine unglaubliche Umweltbelastung, sondern hat auch katastrophale Folgen für die Menschen, die mit diesen Giften in Berührung kommen. Viele Textilarbeiter sterben an diesen Folgen. Und auch das ist nur ein kleiner Bruchteil der unglaublichen Bedingungen, unter denen die Arbeiterinnen und Arbeiter täglich zu leiden haben. Dunkel erinnern wir uns vielleicht noch an den Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza in Dhaka in Bangladesh im Jahr 2013.

Die Ausstellung zeigt das Schicksal dieser Menschen in beklemmenden Bildern. Wer in der Textilindustrie arbeitet, kämpft zudem gegen sexuelle Belästigung, Druck, fehlende Pausen und geht am Ende des Tages mit einem Lohn nach Hause, der zum Leben nicht reicht. Die Textilarbeiter in den asiatischen Produktionsländern und in Osteuropa erhalten meistens nur den Mindestlohn, der weit unter dem Existenzminimum liegt. Diese Lohnkosten entsprechen nur maximal ein bis zwei Prozent des Endpreises. Nicht nur für Produkte der Fast Fashion, sondern auch für Bekleidung im mittleren Preissegment gilt dieses riesige Missverhältnis.

Die Entdeckung der Langsamkeit

Als Gegenmodell zur Fast Fashion gewinnt die Slow Fashion-Bewegung zunehmend an Bedeutung. Sie fordert Produzenten und Konsumenten zu mehr Verantwortung und Respekt gegenüber Mensch, Umwelt und Produkten heraus. Die zentralen Ziele der Slow Fashion sind Entschleunigung, die umweltschonende Herstellung und Auswahl der Rohstoffe, fairer Handel, eine nachhaltige Produktion und hochwertige Verarbeitung.

Materialien der Slow Fashion Foto: Annika Lampe/Friederike Palm

Materialien der Slow Fashion Foto: Annika Lampe/Friederike Palm

In der Ausstellung Fast Fashion werden alternative Materialien wie Brennnessel, Lachshaut, Seealgen oder Milchfasern, umweltschonenden Technologien wie das Bleichen von Jeans mit Ozon und Lasertechnik oder das Gerben von Leder mit Rhabarber und Oliven vorgestellt. Besucherinnen und Besucher lernen verschiedene Textilsiegel sowie Organisationen wie die Clean Clothes Campaign, die Fair Wear Foundation oder Greenpeace kennen, die auf Missstände in der Bekleidungsproduktion aufmerksam machen und sich für mehr Transparenz und die Einhaltung verschiedener Umwelt- und Sozialstandards einsetzen.

Aber – und das ist das einzige Manko an der Ausstellung – der Teil der Slow Fashion wird sehr technisch präsentiert und zeigt längst nicht, wie unglaublich vielseitig, modern und tragbar Eco Fashion mittlerweile geworden ist. So bleibt vielen Besucherinnen und Besuchern zwar der schale Geschmack des schlechten Gewissens, aber zu wenig Wissen um echte Alternativen.

 

     
 Sara Westerhaus   Sara Westerhaus ist Onlineredakteurin und freie Autorin für verschiedene Magazine und Blogs. Schon seit 2007 bloggt sie zudem in ihrem eigenen Blog In Bewegung über Nachhaltigkeit, Vegetarismus und Laufsport.

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13 Apr, 2015

Grüne Liste 2.0

PLZ / Stadt / Ort:
Umkreis:
 

Unsere Grüne Liste kommt in der digitalen Moderne an. Statt eines PDFs gibt es nun einen Ethical Fashion Store Finder mit einer Map. Dazu auch weiterhin eine Liste aller Läden, geordnet nach Postleitzahlen und Städten. Beides findet ihr mit fester Adresse ab sofort hier. Einen direkten Link von der Startseite gibt es im Seitenmenu (rechts).

Am Design der Liste und auch des Blogs ingesamt basteln wir in den kommenden Wochen noch etwas herum. Die aktualisierte Liste wollten wir euch jedoch nicht länger vorenthalten. Es sind ein paar Adressen wegen Geschäftsaufgabe verschwunden, aber unter anderem auch zwei sehr schöne neue in Berlin hinzugekommen.

Loveco verbindet den ökologischen und fairen Anspruch mit der Dimension vegan und das in sehr schönen Räumen und super erreichbar in der Sonntagsstraße am Ostkreuz in Friedrichshain. Neben jeder Menge toller grüner Mode für Sie und Ihn bietet Gründerin Christina Wille auch kulinarische vegane Events im Laden an. Termine erfahrt ihr vor Ort im Laden und auch auf der Facebook-Seite.
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Einen weiteren neuen Berliner Store gibt es in Kreuzberg. Möon ist ein Conceptstore bei dem ihr auch großartige kleinere und ausgefallenere grüne Designerlabels findet, wie z.b. die Kollektionen von Elsien Gringhuis, Alas und Kowtow. Dazu gibt es Taschen und Accessoires in ebenfalls sehr schön gestalteten Räumen mit vielen Pflanzen und großer Liebe zum Detail.
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Auch andernorts sind Adressen hinzugekommen. Klickt euch einfach mal durch. Durch die Map wird deutlich, wo die Hochburgen der grünen Mode sind: Berlin, Hamburg, München, Köln und Düsseldorf vereinen zusammen weit mehr als die Hälfte der Adresse auf sich. Das muss jedoch nicht erstaunen, da es sich zugleich um die größten Städte handelt. Gleichermaßen erklärt sich wohl das “Loch” in der Mitte des Landes. Da fehlt es schlicht an richtig großen Städten, denn in kleineren traut sich selten jemand es zu versuchen.

In den kommenden Wochen werden wir auch noch die europäischen Adressen auf eine Map bringen, damit euch auch auf Reisen grüne Stores in eurer Nähe ganz leicht finden könnt.

Um möglichst alle Stores zu erfassen, freuen wir uns immer über Hinweise zu Neugründungen und Läden, die uns bisher entgangen sind. Gerne direkt als Kommentar unter diesen Post oder per Mail an lars@gruenemode.de

Viel Spaß beim Stöbern!

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die gruene wiese in Münster - einen der größten grünen Concept-Stores in Deutschland mit angebundenem Onlineshop. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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26 Mrz, 2015

siegel(UN)klarheit.de

siegelklarheit

Von Anfang an habe ich es mit gemischten Gefühlen beobachtet, dass sich Entwicklungsminister Gerd Müller (CDU) dem Thema Ethik in der Textilindustrie angenommen hat. Die bereits zu Beginn anvisierte “Freiwillige Selbstverpflichtung” erinnerte mich fatal an andere missglückte Deals mit der Industrie: CO2-Grenzwerte für die Automobilbranche, Frauenquote oder “nachhaltige Palmölproduktion”. Inzwischen fühle ich mich leider bestätigt. Dabei zweifele ich gar nicht an den guten Absichten des Ministers, im Gegenteil. Allein es mangelt am Verständnis der Modeindustrie und der bestehenden Initiativen für und gegen eine nachhaltigere Produktion. Und an einer wirklich kritischen Distanz zur Industrie. Weiter lesen »

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die gruene wiese in Münster - einen der größten grünen Concept-Stores in Deutschland mit angebundenem Onlineshop. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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Als alle da sind am Abend des Experten-Talks zur Zukunft der Mode bei Greenpeace, ergibt das im Atrium des Gebäudes ein sehr hübsches Bild. Auf rauen Paletten sitzen coole Instagram-Mädchen neben Mode-Professoren, hockt der Cradle-to-Cradle-Gründer neben einem Kindermode-Macher, zeigen sich abgefahrene Looks neben Allwetter-Kluft: Greenpeace meets Glamour. Weiter lesen »

     
 Kirsten   Kirsten Brodde, Blog-Gründerin und Autorin von "Saubere Sachen", hat das Thema Ökomode quasi aus dem Nichts entwickelt. Sie arbeitet als Greenpeace Detox-Campaignerin bei Greenpeace Deutschland.

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20 Feb, 2015

Innatex 36

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Foto: Christian Grewe / INNATEX

Mehr als 280 Labels präsentierten sich auf der 36. Innatex in Hofheim-Wallau. Zuwachs erhält die Messe vor allem durch progressive junge grüne Marken und das so zahlreich, dass der Laufsteg aus der für junges Design reservierten Halle 2 ins Obergeschoss der Halle 1 verlegt wurde. Weiter lesen »

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die gruene wiese in Münster - einen der größten grünen Concept-Stores in Deutschland mit angebundenem Onlineshop. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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SEEK | Herbst/Winter 2015/2016 | Fasion Week Berlin | Foto: Alf-Tobias Zahn

6 aus 49 kennt ihr sicherlich von den Lottozahlen am Wochenende. 6 aus 250 ist allerdings meine Losung für meinen Rückblick auf die diesjährige SEEK. Doch genug der Vorrede – tauchen wir ein in die Grünen Menswear Kollektionen Autumn/Winter 2015/2016, die zum Großteil mitten in einem Grünen Tranformationsprozess stecken und umso spannender sind. Weiter lesen »

     
 Alf-Tobias Zahn   Alf-Tobias Zahn führt mit seiner Initiative Designmob Kinder und Jugendliche spielerisch an das Thema "öko-faire Mode" heran und schreibt als freier Modejournalist über "Grüne Mode" für Groß und Klein, unter anderem für das Berliner Blogazine Kalinka.Kalinka und seinen eigenen Blog www.grossvrtig.de.

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Foto: Armedangels

Die Premium Exhibition in der Station Berlin gehörte zweifellos auch zu den Profiteuren des Bread & Butter Ausfalls. Gut besucht war sie in den letzten Jahren immer. Nun ist sie erheblich gewachsen, da die Räume der umgezogenen Messe SEEK dazugenommen wurden. Kontinuierlich abgenommen hat über die vergangen Ausgaben der Messe hingegen die Zahl der grünen Aussteller. Der typische Premium-Einkäufer ist vielleicht doch allzu oft sehr preis-, trend- und markenorientiert und die Konkurrenz auf der Messe entsprechend groß. Weiter lesen »

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die gruene wiese in Münster - einen der größten grünen Concept-Stores in Deutschland mit angebundenem Onlineshop. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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