10 Jun, 2013

Das andere Etikett

SCHNIPSELbruker_Mustermappen

In der Anfangsphase des Blogs gab es die Mini-Serie “Ehrliche Etiketten”, in der ich gezeigt habe, wie vielfältig und einfallsreich grüne Mode-Label die Geschichte ihrer Kleidung auf Etiketten erzählen. 2010 habe ich einfach damit aufgehört – eigentlich schade. Dabei werde ich immer wieder um Vorschläge gebeten, wie denn ein ökologisches und gleichzeitig besonderes Etikett aussehen sollte und wo man solche Prachtstücke bekommen könnte?

Da kam mir Kay und Susanne Jarchows  Schnipsel-Werkstatt aus Rostock gerade recht, in der das Paar Etikettenpapier aus Resten herstellt – aber lest ihren liebenswerten und  leicht melancholischen Text selbst. Die Jarchows freuen sich über eure Anfragen und der Grüne-Mode-Blog freut sich, ihnen eine Bühne zu bieten.

Wir suchten einen Weg, unser Ändern zu leben. Verschiedenste Ideen haben wir im Kopf und auf dem Papier durchgespielt und meistens verworfen, viele Gespräche geführt. Ihr kennt das.

Die Ideen, die blieben, sind Lösungen für Probleme. Kleine und große. Uns störte, dass vieles achtlos weggeworfen wird. Vornehmlich ging es um die Massen an Papier. Aus ungenutzten Ressourcen werden wir etwas schaffen. Wir schöpfen daraus neues Papier!

Beim Experimentieren mit zusätzlichen Materialien haben wir dann auch Jeans verwendet. Das Ergebnis war so ansprechend, dass wir kurz darauf Verschnitt der manomama GmbH aus Augsburg zu Papier verarbeiten durften. Unser festes Jeanspapier wird so zu Hangtags ihrer Hosen.

Wir freuen uns immer in unserer Werkstatt Stoffreste junger, kreativer Labels, die ihren Verschnitt nicht einfach wegwerfen wollen, zu individuellem Etikettenpapier zu machen. Zum Einen ersparen wir damit einen kleinen Teil der Entsorgungskosten. Zum Anderen, und das ist der weitaus größere Vorteil, ermöglicht unser Papier, dass unvergleichliche Kleidungsstücke mit ebenso einzigartigen Etiketten aus dem gleichen Material versehen werden. Meldet euch gern dazu bei uns, solltet ihr Interesse oder Fragen haben.

Die SCHNIPSELbruker
Kay und Susanne

phone: +49-381-4626546
e-mail: kay@schnipselbruker.de
weblog: www.schnipselbruker.de

 

     
 Kirsten   Kirsten Brodde, Blog-Gründerin und Autorin von "Saubere Sachen", hat das Thema Ökomode quasi aus dem Nichts entwickelt. Seit März 2012 ist sie Detox-Campaignerin bei Greenpeace International.

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04 Jun, 2013

Ozon- und Laser-Hosen

jeansveredelung

Nach einer dreijährigen „Non-Denim“-Phase sind die Jeans nun zurück. Die letzten Jahre, vor allem geprägt durch farbenfrohe Chinos und Flats haben einen starken Einfluss auf die kommenden Jeanstrends: Es wird bunt. Farben, Prints (gerne auch All-over) und glänzende Metallic-Beschichtungen. Auch der Destroyed- und Used-Look bleibt uns weiter erhalten und nimmt einstweilen extreme Formen an.
Mehr als 100 Mio. Paar Jeans kaufen die Deutschen im Jahr, das macht 12,3% des Marktvolumens im Bekleidungssegment. Über 68% der hier verkauften Jeans gehen für weniger als 30€ über die Theke und der Durchschnittspreis für Importware – überwiegend aus China, Bangladesch, der Türkei, den Niederlanden und Italien – liegt bei 8,98€. Schwierig sich vorzustellen, dass es bei den Preisen noch umweltfreundlich bei der Produktion zugeht, beziehungsweise zugehen kann, auch wenn die Denimbranche sich „Nachhaltigkeit“ als Topthema auf die Fahne geschrieben hat.
Die ernüchternden Ergebnisse der aktuellen Prüfung von Öko-Test bei Kinderjeans auf Schadstoffgehalt und Materialeigenschaften bekräftigen diesen Eindruck. Die Bestbewertung bei 20 getesteten Hosen ist gerade mal “befriedigend” – mehr als die Hälfte der Jeans fällt mit einem “ungenügend” durch.

Dass die Jeansproduktion problematisch ist, was umwelt- und humantoxikologische Aspekte angeht, ist ein offenes Geheimnis. Besonderes beim Färben und beim Finish werden unzählige Chemikalien eingesetzt und enorme Mengen an Wasser verbraucht.
Die Jeansindustrie weiß um diese Missstände und arbeitet auf Hochtouren an neuen Technologien und Alternativen zu den kommerziellen Herstellungsverfahren. Viele dieser Innovationen befinden sich noch in der Testphase oder sind in der Anschaffung so teuer, dass sie es wohl nicht zu einem flächendeckenden Einsatz schaffen werden. Andere wiederum haben definitiv Potenzial etwas zu ändern: Wie die Ozonbleiche und die Lasertechnologie.

Beide Verfahren werden bei der finalen Veredlung eingesetzt, um der Jeans den gewünschten Used-Look zu verleihen. Um diese künstliche Alterung zu erreichen, muss der Farbstoff in mehreren Stufen wieder ausgewaschen werden. Dazu werden chemische Bleichmittel wie Natriumhypochlorit verwendet. Meist sind noch zusätzliche Schritte nötig, wie beispielsweise das Aufsprühen von Kaliumpermanganat, manueller Abrieb mit Schmirgelpapier oder das Waschen mit Bimssteinen (Stonewash).

Das Bleichen mit Ozon – oft auch als Sauerstoffbleiche bezeichnet – ist eine gute ökologische Alternative. Ozonmaschinen sehen aus wie riesige Waschmaschinen und werden per Computer gesteuert. Erst einmal gestartet, wird reiner Sauerstoff eingeleitet, der in Ozon umgewandelt wird. Indigo wird oxidativ zu gelbem Isatin gespalten und bleibt als gelblicher Belag auf der Hose zurück, der in der anschließenden Nachwäsche verschwindet. Der Bleichprozess selbst dauert so lange, bis die Jeans die gewünschte Helligkeit erreicht haben. Das Ozon zerfällt dabei wieder zu Sauerstoff. Die Maschine ist hermetisch abgeriegelt und lässt sich erst öffnen, wenn kein Restozon mehr vorhanden ist. So wird sichergestellt, dass die Arbeiter nicht mit dem Gas in Berührung kommen.
Der spanische Maschinenhersteller Jeanologia hat für sein Modell „G2“ errechnet, dass bei einer Ladung mit 100kg Füllmenge pro Hose 62% Energie, 67% Wasser und 85% Chemikalien eingespart werden.
Ozon kommt übrigens schon lange in der Textilindustrie zum Einsatz, nämlich zum Entfärben von Abwasser.
Kleiner Tipp für alle die dieses Verfahren einmal live sehen wollen: Der deutsche Textilhersteller Joker Jeans lädt an zwei Samstagen im Monat zur Showwäsche in seinem Fabrikverkauf in Ilsfeld, ein seltenes Beispiel für transparente Jeansveredelung.

Immer mehr Firmen bewerben ihre Jeanskollektionen mit „water less“ und greifen dafür zum Laserverfahren. Diese Technologie bietet vielfältige Möglichkeiten – vom authentischen Used-Look über All-over Motive bis hin zu fotorealistischen Abbildungen. In Sekundenschnelle werden die gewünschten Optiken in den Denim gelasert und sind 1:1 reproduzierbar. Wasser wird nur zur Nachwäsche benötigt. Diese Methode ist besonders gut für Qualitäten aus reiner Baumwolle, bei höherem Elastikanteil ist davon abzuraten, da die Fasern sonst zu stark zerstört werden.
Auch ist die Einhaltung von Arbeitsschutz besonders wichtig: Der Laser sollte abgeschirmt sein, damit Arbeiter keine Verletzungen erleiden können und damit der Feinstaub abgesaugt werden kann.

Letzte Woche traf sich das Who`s who der Denimbranche in Paris auf der Denim by Première Vision. Nur wenige der Aussteller präsentierten ihre nachhaltigen Innovationen und Technologien. Warum? Die Nachfrage sei nicht da, wurde mir gesagt. Schade.
Ich hoffe sehr, dass wir alle zusammen das für die Zukunft ändern können: Indem wir nachfragen.

     
 Chahboune   Marina Chahboune ist Modedesignerin und Blog-Gründerin von Beyond Fashion. Sie arbeitet freiberuflich im Bereich Nachhaltige Mode in beratender Funktion, Einkauf und Styling. Zur Zeit absolviert sie den Master in „Sustainability in Fashion“ an der Esmod Berlin.

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Kleidung für Kinder und Babys haben wir auf Grüne Mode bisher ziemlich vernachlässigt. Dabei hat sich auch bei der grünen Kindermode in den letzten Jahren sehr viel getan. Vorbei die Zeit, in der für die Kids vor allem ungefärbte Bio-Baumwolle und diverse Wolle-Seide-Wäsche angeboten wurde. An Farbenfreude, lustigen Prints und für die älteren auch eine gute Portion Coolness steht die grüne Kindermode der konventionellen in Nichts mehr nach.

Die neue Grüne Liste “Kids Eco Stores in Deutschland” enthält über 40 Läden, die sich auf öko-faire Kleidung und oft auch ökologisches Spiezeug, Tragen, Wiegen, Bettzeug etc. spezialisiert haben. So modern wie die 3 oben gezeigten Läden in Münster und Hamburg (2x) kommen bisher noch wenige daher. Die Top-Marken der neuen grünen Kindermodegeneration sind jedoch auch bei den meisten älteren und etablierteren Händlern im Angebot.

An großes DANKESCHÖN geht an dieser Stelle an Mandy Geddert von CharLe und Irene Sang von Batata, die den Löwenanteil der Läden zur Liste beigetragen und auch noch unzählige weitere auf ihr Sortiment hin geprüft haben.

Natürlich bietet sich gerade für die Kleinsten auch immer der Kauf von Secondhand-Kleidung als grüne Option an. Aber wenns dann doch mal was neues sein soll und auch für die korrekte Babyausstattung sind diese Läden die besten Adressen.

Durchgängiger als in der modernen grünen Erwachsenenmode, sind bei den Kids- und Baby-Brands fast alle Produkte GOTS oder IVN gesiegelt, sodass Prozess und auch Produkt frei von gesundheitsbelastenden Chemiekalien sind.

Die Liste Ecokids-Stores und alle weiteren Grünen Listen findet ihr hier.

Eine Liste mit den Top-Marken aus dem grünen Kindermodeangebot ist bereits in Arbeit.

Tipps dazu und auch zu weiteren grünen Kindermodeläden (müssen ausschließlich öko-faire Mode verkaufen!) gerne als Kommentar.

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die "gruene wiese" in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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Ich brauche ein Kühlkissen am Kopf nach dieser verdammten Talkshow von Günther Jauch.

Wir sind wohl alle d´accord, es geht um andere Rezepte und Regeln für die Goliaths der Industrie, die weltweit produzieren. Aber bei allem Respekt für Brandschutzabkommen – hinter der sozialen Katastrophe in Bangladesch steckt doch ein anderes Thema: Der Viel&Billig-Schick. Die perverse Idee von Klamotten als Wegwerfware. All diese Textilriesen – ob, sie ein Brandschutzabkommen unterschrieben haben oder nicht – animieren uns, Kleidung als Wegwerfware zu sehen. Wofür stehen H&M, Kik und Zara und Primark und Gap? Sie stehen für etwas, was billig ist und morgen nichts mehr gilt.

Für mich hat das nichts mit Mode zu tun. Wofür stand denn Mode und was wurde lange Jahre damit assoziiert? Eleganz, Stil und sicher auch Qualität. Die Textilketten haben diesen Gedanken völlig auf den Kopf gestellt.  Mode soll Ausdruck von Persönlichkeit sein. Aber was bleibt vom Ausdruck, wenn alle den selben billigen Fummel tragen? Was sagt es auch über unsere Persönlichkeit, wenn man es nötig hat, sich alle drei Wochen ein neues Fähnchen umhängen? Ja, ich will mich ausprobieren und ausdrücken, aber über ständig wechselnde Äußerlichkeiten?

Dass die Modeindustrie komplett überdreht, gewaltige Überkapazitäten produziert und wir zuviel verbrauchen – das ist das große Tabu und eine der großen Konfliktlinien unserer Zeit.

Die Unmengen billiger Kleidung, die für proppenvolle Kleiderschränke produziert werden, haben den Abwärts-Wettlauf ausgelöst, bei dem Textilfirmen Lieferanten in Bangladesch, Kambodscha oder sonstwo unter Druck setzen, immer schneller und günstiger zu liefern. Es ist das destruktive Geschäftsmodell dieser Ketten, das soziale Fortschritte auffrisst und dafür sorgt, dass die Bezahlung der Arbeiterinnen ein Witz ist.

Deshalb müssen wir eigentlich tagtäglich laut darüber reden, dass man ohne Verlust an Lebensqualität von diesem Viel&Billig-Schick weg kommen kann und nicht noch mehr in die ohnehin übervollen Kleiderschränke stopfen sollte. Meine Message ist: Solide ist das neue Cool. Hin zur Wertigkeit, dann gibt es auch Spiel für ökologische und ethische Qualität.

Ja, werdet ihr rufen. Wissen wir schon. Kommen doch schon Bücher zum Thema raus. Stimmt – und wisst ihr was? Die verkaufen sich inzwischen sogar, die Bücher von Harald Welzer und Niko Paech. Es bewegt sich was in diese Richtung. Als ultimativer Beweis sei hier die BILD-Zeitung angeführt. Selbst die BILD changiert inzwischen zwischen Entsetzen und Bewunderung, wenn sie über den Konsumkritiker Niko Paech schreibt. Ich bin also nicht hoffnungslos naiv, sondern überzeugt, dass das WENIGER und eben auch das weniger Klamottenkaufen absolut salonfähig und cool ist. Es geht eben nicht nur darum, was wir konsumieren, sondern auch wie viel. Verbrauch ist das Tabuthema, vor dem sich alle drücken.

Und jetzt ein Wutanfall aus gegebenem Anlass. Schafft doch endlich diese Talkshow von Günther Jauch ab. Ich bin jedesmal auf den Knien und bekomme hässliche Stirnfalten.

Und weil ich gerade die Revolte gefordert habe gegen das Tempo, mit dem Kleidung heutzutage produziert und wieder weggeworfen wird, hier die Alternative.

Ich hätte gerne auf seinem Sendeplatz eine

RENOVIERUNGSSHOW. 

Erste Sendung als Wiedergutmachung: Klamotten. Jeder bringt was mit, was er fünf Jahre nicht anhatte. Stopp ihr Spaßvögel! Natürlich keine uralten Unterhosen neu aufarbeiten lassen,  sondern vielleicht Kostüm, Kleid oder Sakko – und dann wird es aufgepimpt.

Idealerweise sind alle ganz entzückt und ich bin diesen aalglatten Jauch endlich los. Gute Nacht.

 

 

 

 

     
 Kirsten   Kirsten Brodde, Blog-Gründerin und Autorin von "Saubere Sachen", hat das Thema Ökomode quasi aus dem Nichts entwickelt. Seit März 2012 ist sie Detox-Campaignerin bei Greenpeace International.

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In den letzten Jahren stoßen wir sowohl bei konventionellen Textilriesen als auch bei grünen Modelabels immer häufiger auf  Regeneratfasern, die als grün angepriesen werden. Regeneratfasern werden aus natürlichen Rohstoffen (meist Holz/Zellulose) mittels chemischer Prozesse hergestellt.

Ein besonders bekanntes Beispiel ist die Bambus-Viskose, bei der sich die grüne Bewerbung leider als eine große Täuschung erwiesen hat. Der Rohstoff Bambus wächst zwar sehr schnell und auch häufig ohne Pestizideinsatz, jedoch ist der Viskose-Prozess bei Bambus-Viskose genauso chemie- und energieintensiv wie bei den meisten anderen Viskosearten auch.
Im wohl umfassendsten Faser-Benchmark von made-by wird Bambus-Viskose in einer 5-stufigen Tabelle entsprechend als Class E eingestuft (siehe oben). Die Bezeichnung der Faser als “Bambus-Faser” gilt inzwischen offiziell als Verbrauchertäuschung. Sie muss als Bambus-Viskose ausgewiesen werden.

Deutlich positiver sind dagegen Lyocell Fasern einzuschätzen, von Lenzing unter dem bekannteren Markennamen Tencel vermarktet. Hier wird ein nicht-toxisches Lösungsmittel (N-Methylmorpholin-N-oxid, NMO) verwendet, um die Fasern aus der Cellulose zu gewinnen. Die Prozesschemie wird vollständig zurück gewonnen und im Kreislauf geführt.
Weniger optimal sieht es dafür bei der Rohstoffbasis aus. Lenzing verwendent bisher Eukalyptus-Holz. Das stammt zwar laut Lenzing aus nachhaltiger Forstwirtschaft (mit FSC-Zertizierung), jedoch ist Eukalyptus ein sehr durstiger Baum und hat in Plantagenpflanzung einen verdrängenden Effekt auf andere Arten im Umland. Lenzing ist aber dabei die Rohstoffbasis bei Tencel auf heimische Zellulosequellen umzustellen.

Als “grün” gilt für Viele in der Branche und auch für den Grüne Mode Blog auf Faserebene erstmal alles, was in der Ökobilanz mindestens gleich gut wie Bio-Baumwolle abschneidet. Tencel ist damit dem made-by Benchmark folgend als erste grüne Kunstfaser auf Cellulosebasis anzusehen.

Auf der letzten ISPO hat sich nun erstmals ein weiterer Anbieter von Lyocell-Fasern vorgestellt. Unter dem Namen Monocel vermarktet Nankatan eine Lyocell-Faser, die auf Bambus basiert. Gleicher Prozess und auch eine tendenziell nachhaltige Rohstoffbasis, denn der Bambus wird pestizid- und mineraldüngerfrei auf für die Lebensmittelproduktion ungeeigneten Berghängen in China angebaut. Auch die Faserproduktion findet komplett und relativ regional in China statt. Mehrere Produktionsstätten sind neben ISO 14001 (Umweltmanagement) auch SA8000 und damit sozial zertifiziert.
Der made-by Faser-Benchmark basiert auf richtigen Ökobilanzen und vergleicht diese unter einander. Für Monocel ist das noch nicht erfolgt. Da es sich jedoch letztlich um eine Lyocell-Fasern handelt, dürfte Monocel nach Einschätzung von Experten wohl auch in Klasse B einzuordnen sein.

Für die Zukunft heißt das auch, dass grüne Modelabels, -Händler und auch strategische Konsumenten sehr genau hinschauen müssen, wenn ihnen eine bambusbasierte Kunstfaser angeboten wird. Denn ab kommender Saison kann es nun sowohl eine interessante neue grüne Lyocell-Faser als auch eine “rote” Viskose sein.

Und es wird noch komplizierter. Generic Modal gehört zu den Viskosen und ist wegen des chemie- und energieintensiven Prozesses als Class D eingestuft. Lenzing hat jedoch auch die Produktion von Modal am eigenen Standort in Österreich in den letzten Jahren weiter optimiert und gewinnt auch in diesem Prozess 95 Prozent der eingesetzten Chemie zurück. Zudem wurde die Rohstoffbasis auf heimisches Buchenholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft umgestellt, sodass hier nun eine bis auf Teile der Prozesschemie regional produzierte Kunstfaser angeboten werden kann. Um die besonders umweltschonende Modal-Produktion zu betonen, nennt Lenzing den Prozess nun Edelweiss Technologie und die Fasern entsprechend auch Modal Edelweiss. Der Prozess ist mit dem Europäischen Umweltzeichen Euroblume ausgezeichnet.
Auch Modal Edelweiss prognostizieren wir eine Einordnung in Klasse B.

Wichtig ist nun, dass grüne Modelabels und Händler darauf achten, ob das ihnen angebotene Modal von Lenzing, oder von einem anderen Hersteller stammt, bzw. wie das Produktionsverfahren umgesetzt ist. Bisher ist uns kein weiterer Hersteller bekannt, der Modal mit einem ähnlich umweltschonenden Prozess produziert.

Auch wenn nun Hersteller, Händler und Verbraucher bei Regeneratfasern noch genauer hinschauen müssen, ist die Erweiterung grüner Faseroptionen durch Modal Edelweiss und Monocel auf jeden Fall sehr zu begrüßen. Von den Fließeigenschaften und auch haptisch vergleichbare Viskose-Fasern waren im konventionellen Markt in den letzten Jahren extrem erfolgreich, insbesondere im Bereich der DOB (Damenoberbekleidung). Hier können grüne Labels nun endlich ohne ökologische Abstriche gleichziehen.

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die "gruene wiese" in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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Meistens achten wir bei der täglichen Zusammenstellung unserer Kleidung darauf, was wir drüber tragen. Mindestens genauso wichtig ist aber auch das darunter! Wer bei Unterwäsche keine Abstriche an Design, Tragekomfort und vor allem hochwertigen Materialien in Bio-Qualität machen möchte, landet aus meiner Sicht zwangsläufig beim schwedischen Label THE WHITE BRIEFS aus Österlen. Vor allem die aktuelle Frühjahr/Sommer 2013 Kollektion für drunter als auch die kleine Kollektionsreihe für drüber lohnen mehr als einen kurzen Blick.

In der letzten Woche habe ich mit Peter Simonsson, dem Gründer von THE WHITE BRIEFS, ein Interview geführt. Wir sprachen über seine Beweggründe, ein grünes Unterwäschelabel zu gründen, die Akzeptanz von Bio-Qualität bei seinen Kunden und darüber, warum “Grün” als das neue “Schwarz” bezeichnet wird – und dies eigentlich schon ein alter Hut ist.

Frage: Many times there is a certain moment when a designer and/or a team of creative people decide to do “fashion” with an own label. When did you and your team decide to start THE WHITE BRIEFS? And how come, that you focus on Underwear for Her, Him and the Little Ones?

Peter Simonsson: Initially, we started THE WHITE BRIEFS back in 2009, with the idea to create a compelling brand providing lush underwear and sleek functional garments. THE WHITE BRIEFS remained central to our original plan, yet we slowly incorporated a Women’s and children’s line as well, allowing for diversity and also meeting our customer demands. This, next to the extensive and edgy seasonal collaborations, further shaped our current dynamic foundation.

Frage: You only use GOTS-certified materials, “sourced and selected from local eco-communities”. Where are these eco-communities located and what experiences do you have with them? Are your collections strictly “Made in Sweden”?

Peter Simonsson: All the collections are made with GOTS certified materials, focussing on sustainability and ecology. We work with selected manufacturers, all based in Europe and adhering to the highest standards. Since we work closely with our manufacturers, after the integral design process in Sweden, we aim to visit our local communities in Lithuania and Portugal, twice a year. These visits always turn into long luncheons, discussing improvements, sustainability and ecological responsibility. It is a very holistic process overall.

Frage: With your special line you also create a kind of regular Menswear / Womenswear which is, like your underwear line, minimal and timeless, too. Are there any plans to do more Menswear / Womenswear in the future to be more than an underwear label?

Peter Simonsson: Indeed, we have grown towards expanding our philosophy by diversifying to new product categories. This is a very demanding, exciting and challenging process, much to our liking. It takes time, but we feel that the new additions to functional day-to-day solutions when it comes to garment innovations fit well to THE WHITE BRIEFS. Henceforth, we shall showcase our new SS14 collection in June, also featuring a new international collaboration.

Frage: As a father of a little girl: Are you planning to have a kids line also for girls?

Peter Simonsson: That is an interesting question. Perhaps we shall do so in the future. For now, the focus shall however remain on our quality MENS and WOMENS collections, which deserve all our attention.

Frage: What do you think about the recent developments in Green Fashion, e.g. stated as “Green is the new Black”?

Peter Simonsson: According to me, this sounds great, promising and relevant. Personally, l have been thinking about why this statement comes up only now, since it has such relevance. For it to have made a bigger impact in the struggle against fast-fashion, this should perhaps have been on the fashion agenda, since the early 90s.

Frage: What are your experiences with your customers concerning “doing Green Fashion”?

Peter Simonsson: The fashion industry is interested in news, green fashion is not new, so the interest is sometimes surprisingly low when it comes to this particular topic. In my opinion it is only common sense and it should be everyone’s natural first choice. Nonetheless, we are experiencing a lean for some of our international clients towards green and GOTS certified garment only, so there is some light at the end of the tunnel, when it comes to corporate sustainability.

Frage: What are your plans in general for 2014?

Peter Simonsson: As mentioned, THE WHITE BRIEFS shall present a most dynamic new collaborative collection and we shall deliver our new collection in lightweight wool. Next to this, amongst the plans for 2014 is to open our first physical brick and mortar store, to focus on the creation of more shop in shops and participate in unexpected design related events around the globe.

Fotos: Jesper Brandt // THE WHITE BRIEFS

     
 Alf-Tobias Zahn   Alf-Tobias Zahn führt mit seiner Initiative Designmob Kinder und Jugendliche spielerisch an das Thema "öko-faire Mode" heran und schreibt als freier Modejournalist über "Grüne Mode" für Groß und Klein, unter anderem für das Berliner Blogazine Kalinka.Kalinka und seinen eigenen Blog.

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10 Mai, 2013

Für Mamas

Kinder machen grün. Das weiß die Forschung zu nachhaltigem Konsum schon lange. Mit der Schwangerschaft bekommt der coole Spruch “nach mir die Sinnflut” selbst für viele überzeugte Hedonisten einen schalen Beigeschmack. Denn nach mir, da wollen ja dann noch die eigenen Kinder auch eine schöne Zukunft haben. Und überhaupt wird der Nachwuchs viel konsequenter vor allen denkbaren – und auch undenkbaren – Gefahren des Postindustriezeitalters ferngehalten.

Für Babys und Kinder ist “bio” beim Essen schon fast Standard, zumindest bei der Fertignahrung. Auch bei Kleidung gibt es sogar bei konventionellen Textilriesen viel bio für die Kids, wenn auch selten ökologisch und fair verarbeitet. Sehr überschaubar ist hingegen das Ökomodeangebot für die werdende Mama. Und wenn es da mal was gibt, kann von modisch leider oft nicht die Rede sein.

Gemeinsam mit dem Berliner Streetstyle-Blog Hauptstadtmutti hat sich slowmo dieser Lücke nun angenommen und das SLOWMAMA-Kleid kreiert. Das Kleid sitzt sowohl vor, während, als auch nach der Schwangerschaft wie angegossen, denn es kann sich allen körperlichen Veränderungen anpassen. “SLOWMAMA ist eine textile Liebeserklärung an weibliche Kurven, kaschiert Dank des lässigen Schnitts aber auch das ein oder andere Pölsterchen.”, schreiben die Macherinnen. Erhältlich ist das Kleid in den Farben Rosé, Blau und Schwarz und zwei verschiedenen Größen ab sofort im slowmo-Onlineshop sowie im Atelierladen in Berlin-Friedrichshain.

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die "gruene wiese" in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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Mit den Grünen Listen wollen wir die Suche nach grüner Mode, grünen Modeläden und auch grünen Stoffen und Garnen zum Selberschneidern erleichtern. Wir haben mal wieder 2 Listen aktualisiert und es hat sich einiges getan.

Die Liste “Ethical Fashion Concept Stores in Deutschland” ist um 4 Adressen gewachsen, da wir nun auch die Atelierläden bekannterer grüner Labels aufgenommen haben. Slowmo, Treches, Format/Wesen und Atelier Awash haben ihre Atelierläden alle in Berlin und sind auf jeden Fall immer einen Besuch wert. Bitte die teilweise eingeschränkten Öffnungszeiten beachten!

Dann gab es 2 (anm. korrigiert) 3! sehr erfreuliche Umzüge, erfreulich deshalb, weil sie mit verbesserter Lage und deutlicher Vergrößerung einhergehen. Glore Hamburg und Suburbia Düsseldorf  UND der Upcycling Fashion Store Berlin  präsentieren sich nun in tollen neuen Räumlichkeiten.

Ebenfalls aktualisiert haben wir die Liste “Grüne Stoffe und Grüne Garne”. Diese Liste ist nun deutlich länger und das vor allem Dank der vielen tollen Ergänzungen von Leser_innen per Kommentar. Danke nochmal!

Wir arbeiten intensiv an weiteren Grünen Listen, insbesondere zum Bereich Kindermode.

Alle Grünen Listen erreicht ihr ganz fix über den grünen Punkt oben links.

ERGÄNZUNG: Da habe ich doch glatt einen weiteren erfreulichen Umzug vergessen.

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die "gruene wiese" in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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Noch immer werden Überlebende geborgen, obwohl die Katastrophe schon Mittwoch passiert ist. Noch immer werden Hunderte vermisst. Filmaufnahmen zeigen Risse  in den Wänden, die Katastrophe hätte also verhindert werden können. Fünf Firmen haben bestätigt, dass sie dort aktuell oder vor Kurzem produziert haben, darunter der aufsteigende Billgheimer Primark (UK/Irland) und die Fast-Fashion-Kette Mango (Spanien). Andere wie Benetton (Italien), die durch Import-Daten oder durch Etiketten , die lokale Aktivisten gefunden haben, mit der Fertigung verknüpft wurden, leugnen ihre Verantwortung oder antworteten nicht auf Anfragen der Kampagne für Saubere Kleidung. Streiks und Proteste legen das Land lahm. Weiter lesen »

     
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24 Apr, 2013

Wegweisend

Die Fragen nach dem Was und Wo der korrekten Bekleidungsalternativen sind noch immer sehr wichtige Hemmnisse für ihren Kauf. Mit dem neu lancierten Konsumentenportal will Get Changed Verbrauchern bestmögliche Unterstützung beim Finden bieten.

Auf einer google-Map sind über 100 Einkaufsstätten für grüne Mode in Deutschland, Österreich und der Schweiz verzeichnet. Nicht alle dieser Läden sind ausschließlich auf ökologische und faire Mode spezialisiert. Doch Get Changed hilft zugleich auch in gemischten Läden die wirklich grüne Mode aufzuspüren. Der Fair Fashion Finder zeigt an, nach welchen grünen Labels es sich in den betreffenden Läden zu suchen lohnt. Weiter lesen »

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die "gruene wiese" in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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